Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

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Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Di 29 Jul 2008 - 11:56

Auf Wunsch von der lieben Steffi mit ihrem Janni, eine schöne Idee ....

Dann mal los Steffi
zwinker1

... und wer auch immer seine Geschichte uns hier erzählen möchte. Wir freuen uns. zwinker


Zuletzt von Boxermaus am Mo 23 Jan 2012 - 16:17 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Jannis Geschichte

Beitrag  Lapislazuli86 am Di 29 Jul 2008 - 12:41

Auf Wunsch möchte ich Jannis u meine Geschichte ein bisschen erzählen smile

Der Einzug eines spanischen Tierschutzhundes

Vor gut 1 ½ Jahren entschied ich mich, einen Hund aus dem Tierschutz, genauer gesagt einen Hund aus einer spanischen Tötungsstation zu adoptieren.
Meine Gründe für diese Entscheidung waren sehr vielfältig.
Konfrontiert wurde ich zum ersten Mal mit diesem Thema als ich eine Freundin beim Studium kennenlernte. Sie hat eine spanische Hündin und hat mir ihre Geschichte erzählt. Ich war fasziniert und zugleich entrüstet über die Zustände die sie mir beschrieb. Von da an war mein Interesse geweckt und ich begann zu recherchieren.
Schon bald stieß ich auf einen Hund der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Es war ein junger Rüde, ca. 6 Monate alt. Genauer gesagt ein Windhundmischling.

Doch vor so einer Adoption stellen sich viele Fragen. Warum ein Hund aus dem Ausland? Es könnte doch genauso gut einer aus einem deutschen Tierheim sein. Zu dieser Zeit ging ich schon länger mehrmals die Woche in unser ortsansässiges Tierheim um verschiedene Hunde Gassi zu führen.
Doch von dort einen Hund zu adoptieren stellte sich schnell als Problem heraus. Ein Hund landet schließlich nicht ohne Grund im Tierheim. Den Hund den ich gerne genommen hätte, war sehr schwer zu händeln und ich traute mir das nicht zu. Zusätzlich waren die Auflagen des Tierheims bezüglich dieses Hundes für mich nicht zu erfüllen, da ich keinen Hund wollte der aus Sicherheitsgründen im Zwinger gehalten werden soll.
Als nächstes stellt sich die Frage was mich für ein Hund erwartet der aus Spanien kommt. Ich entschied mich bewusst für einen jüngeren Hund, der noch nicht so viele eventuell schlechte Erfahrungen gemacht hatte und den man noch etwas „formen“ kann. Trotzdem ist und bleibt es ein „Überraschungspaket“ wenn man einen Hund direkt aus dem Ausland adoptiert und nicht einen der schon auf einer deutschen Pflegestelle lebt. Ich hatte Glück und kannte den besagten Hund nicht „nur“ von Fotos, sondern von Videos und auch aus Erzählungen meiner Freundin, die schon in dieser Tötungsstation war und den Hund kannte.
Ganz unverbindlich schrieb ich die Vermittlerin des Hundes an. Ob er überhaupt noch zu haben sei und wenn ja wie das alles mit den Transport nach Deutschland abläuft. Ich hatte Glück er war noch zu haben. Zugleich löste das bei mir unsagbares Herzklopfen aus. Aufregung und Nervosität machten sich bei mir breit. Sie erklärte mir dass der Hund mit einem Transport mit mehreren Hunden nach Deutschland gebracht wird. Alle nötigen Vorbereitungen für die Einreise nach Deutschland würden vom Tierschutz getroffen werden. Zusätzlich würde mir ein Schutzvertrag zugeschickt werden und es würde eine Vorkontrolle vom Tierschutz geben. Aus Sicherheitsgründen, weil man wissen möchte wo der Hund hin kommt. Danach dauerte es noch eine Zeit bis ich mich endgültig dafür entschied diesen speziellen Hund zu adoptieren. Es war das Bauchgefühl das mir sagte: „Ja es ist richtig!“

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen wurden (Vorkontrolle, Schutzvertrag etc.) war es endlich soweit. Der Termin bis zu seiner Ankunft rückte immer näher.
Zuhause ging alles drunter und drüber. Alles was der Hund brauchte wurde angeschafft und zurecht gestellt.
Ich fuhr mit meiner Mutter am besagten Ankunftstermin durch halb Deutschland. Diese lange Autofahrt steigerte meine Aufregung und Nervosität zusätzlich. Als wir ankamen waren wir eine Stunde zu früh, und man informierte uns dass sich der Transport verspätet. Diese drei Stunden warten kamen mir wie eine Ewigkeit vor und diese innere Unruhe war wirklich schrecklich.
Doch plötzlich sagte jemand: „Sie kommen!“ Ich fing das Zittern an und obwohl ich MEINEN Hund noch nicht sah stiegen mir die Tränen in die Augen. Ich konnte es nicht mehr erwarten ihn endlich zu sehen. Es dauerte noch eine Weile bis die ersten Hunde ausgeladen waren.

Dann rief jemand meinen Namen und meinte: „Hier nimm ihn und halte ihn ganz fest bis du hinter dem Zaun bist!“
Ganz ehrlich ich realisierte in dem Moment gar nicht richtig was passierte. Sie drückte mir ein kleines, schwarzes und verängstigtes Knäuel in den Arm. Er schaute mich mit seinen großen Kulleraugen an und wusste gar nicht wie ihm geschah. In diesem Moment fiel der ganze Druck, die ganze Aufregung von mir ab. Mir liefen die Tränen nur noch so runter und ich hielt ihn ganz ganz fest. Ich setzte ihn auf den Boden und er kauerte sich erstmal zwischen meine Beine. Nach kurzer Zeit rannte er los und erkundete alles gemeinsam mit den anderen Hunden.

Zuhause, nach langer Fahrt, angekommen begann unsere eigentliche Geschichte. Die erste Zeit war nicht einfach. Er war zu diesem Zeitpunkt ca. 9 Monate alt und kannte nichts außer Betonboden und Zäunen. Selbst vor unsere Wiese im Garten machte er erstmal halt und bevorzugte es lieber auf den Fließen sein Geschäft zu erledigen. Das war sicherer für ihn. Doch er lernte sehr schnell vieles kennen und wurde von Tag zu Tag mutiger. Es gab nichts wovor er zurückwich. Nein er wollte alles ganz genau und vorsichtig erkunden.
Die mittlerweile 1 ½ Jahre die er schon da ist, waren für mich eine wahre Bereicherung. Ich und auch er lernten sehr viel und fassten beide sehr schnell Vertrauen zueinander. Ich habe bis heute keine einzige Sekunde bereut. Auch wenn es mal stressig, nervenaufreibend oder anstrengend war. Das wichtigste das ich brauchte war Geduld, und davon habe ich mittlerweile mehr als genug.
Mein kleiner, schwarzer windiger Engel ich bin wahnsinnig froh dich gefunden zu haben und hoffe das unsere Geschichte weiterhin so harmonisch mit Höhen und auch kleinen Tiefen weitergeht.

Anbei ein paar Bilder von jannis Ankunft:







mein kleiner fix u fertig


Auf der Heimfahrt:





janni 4 Wochen in Deutschland:

Spielen hat er gaaaaaaaaanz schnell gelernt




Mittlerweile... naja seht selbst biggrin









Die Männer verbünden sich beim Backgammon spielen gegen mich heulschnief








So jetzt muss ich aber los. machts mal gut :)
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Di 29 Jul 2008 - 16:13

herz2

Danke für diesen wunderschönen Bericht !!!! blümchendanke
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Di 29 Jul 2008 - 21:09

Ja...danke ist ein sehr schöner gefühlsvoller Bericht..........die Ankunftsfotos sprechen Bände hug

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Kalambo am Di 29 Jul 2008 - 21:47

Klasse Steffi,die Bilder sprechen Bände............. herz3
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Di 29 Jul 2008 - 22:03

Wenn man diese doch traurigen aber auch schöne Zeilen liest und die Bilder dazu sieht, weiß man, daß es Janni nicht hätte besser treffen können. drückhug

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  quast1966 am Fr 1 Aug 2008 - 9:43

Boah, was für eine schöne Geschichte.

Toll!!!
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Fr 1 Aug 2008 - 10:01

Mädels mal ran, ich möchte auch eure "Geschichte, Gefühle und wie ihr zu Eurem Wuffel gekommen seid" lesen smile

Nur dadurch fördern wir auch die Aufnahme/Akzeptanz dieser armen Wuffels in unserer Gesellschaft. Und was ich für ganz wichtig finde, es macht "Mut" und gibt "Hoffnung", beim "Hundewunsch" zuerst an solche armen Wuffel zu denken, ehe wir zum Züchter gehen! Meine Entscheidung wo ich nach einem Wuffel suchen werde, wenn mal ein (oder doch mehrere? biggrin ) neuer Wuffel bei mir einzieht, ist bereits gefallen
juhujeeep


Zuletzt von Boxermaus am Fr 1 Aug 2008 - 11:55 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Betty & Nell

Beitrag  Birgit am Fr 1 Aug 2008 - 10:42

Nun gut, dann wir smile

Vor 5 Jahren haben meine Tochter und ich beschlossen in den Sommerferien einen Hund Gassi zu führen. Da man im örtl. Tierheim keinen Gassihund hatte, sind wir in den Nachbarort gefahren und haben dort im Tierschutzverein www.mft-breckerfeld.de nach einem kleinen lieben Hund gefragt. Wir hatten noch nie einen Hund und wollten eigentlich aus Paltzgründen auch keinen aufnehmen. Die Leiterin des Vereins (Ursula Kuhn) gab uns Betty und wir sind an die Glör gefahren.
Um ihr noch einige schöne Stunden zu bereiten, haben wir sie mit heim genommen und haben sie meinem Mann gezeigt. Ich glaube er war sofort verliebt biggrin .
Fast täglich sind wir 20 Minuten nach Breckerfeld gefahren, haben Betty zu uns geholt und haben sie abends wieder heimgefahren. Sie war praktisch nur noch zum Schlafen in Breckerfeld. Nach einiger Zeit sagte man uns, dass Betty morgens nach dem Füttern zur Tür geht und dort auf uns wartet.
Wir erfuhren, dass Betty schwer krank war (Leishmaniose) und die Vorbesitzer sie nach fast einem Jahr zum Einschläfern bringen wollten. Ursula hat sie mehr tot als lebendig aufgenommen und wieder aufgepäppelt.Sobald Interessenten hörten, dass Betty krank ist, haben sie sich für einen anderen Hund entschieden.
Eines Abends fuhren mein Mann und ich wieder nach Breckerfeld, um Betty heimzubringen. Ich habe 20 Minuten auf Ursula eingeredet und ihr angeboten, dass Betty als Pflegehund bei uns leben könne, wenn der Verein für weitere Kosten der Behandlung aufkommen würde. Ich habe versprochen, dass ich alles erdenklich Mögliche tun werde, um ihr ein gutes Heim zu bieten, sie gut zu ernähren, zu erziehen ..... und habe sie bekommen biggrin .
Als wir mit ihr wieder heimkamen, ist meine Tochter neben ihr zusammengesunken, hat geweint und sie umarmt. Kathrin hatte zu dem Zeitpunkt ferngesehen und einen Nußjoghurt gegessen. Blöd, ne, dass man sowas nie wieder vergißt lachen2 .
Betty hat bis zum heutigen Tage nie etwas Böses gemacht, etwas zerstört oder ist unangenehm aufgefallen.

Unser einziges Problem war, dass sie nicht fressen wollte. Aus Unwissenheit gab es damals noch Trockenfutter schadetraurig . Ich habe tgl. im INet gelesen und bin auf die Rohfütterung gestossen - und habe dabei auch Gertrud kennengelernt. Das war noch bei den Barfers smile .
Die weitere Entwicklung kennt ihr ja (Shop gegründet, hier Mod geworden...).
Weil Betty bedingt durch LM an Appetitlosigkeit litt, haben wir immer noch einen anderen pflegebedürftigen Hund hier zeitweise aufgenommen (Elli, Aika), bis Nell kam. So einen ängstlichen Hund hatte ich noch nie gesehen. Es war vorgesehen, dass sie beim WDR vorgestellt werden und vermittelt werden sollte.
Vor ca. 3 Jahren dann hatte Betty einen ganz schlimmen LM-Schub, so dass wir in die Tierklinik fahren mußten. Nell (schwere HD und Arthrose) habe ich zu einer Bekannten in die Nachbarschaft gebracht. Sie war doppelt gesichert mit Halsband und Geschirr. Als ich nach 2 Std. heimkam, Betty an den Tropf gehängt hatte und zu meiner Bekannten ging um Nell abzuholen, war sie weg. Entschlüpft und über den hohen Zaun gesprungen und ab in den Wald.
Meine Tochter und die Bekannte haben über eine Std. gesucht. Weil wir sicher waren, dass Nell sich nie einem Fremden anschliessen würde, hatten wir wenig Hoffnung sie zu finden. Als ich Betty versorgt hatte, ging ich hier den Berg rauf in den Wald und rief immer wieder Nells Namen.
Das Bild werde ich nie vergessen: Die Sonnenstrahlen fielen vereinzelt durch die Bäume und plötzlich stand sie vor mir und hat ganz freudig gebellt. Ihr rotbraunes Fell glänzte in der Sonne und ich bekam Pippi in den Augen. So ein Vertrauensbeweis für so ein ängstliches Tier. Nun hatte ich ein Problem. Wie sollte ich das meinem Mann sagen, dass Nell jetzt fest in meinem Herzen war und ich mich nicht mehr trennen konnte. Da ich aber einen lieben Mann habe und außerdem wenig Wünsche, durfte sie auch bei uns bleiben 2thumbs .
Im Laufe der Zeit hat sich eine Freundschaft zu Ursula entwickelt, ich helfe im Tierschutz und konnte dazu beitragen, dass die Hunde dort frisch gefüttert werden smile . Ich bin ein glücklicher Mensch!

PS Hoffentlich seid hr nicht eingeschlafen gröhl .

Birgit
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Fr 1 Aug 2008 - 11:54

hug

boooooaah herzlila ... habe Gänsehaut vor Freude und auch Pippi in den Augen herzlila

Endlich kenne / lese ich die ganze Geschichte von euch ... wunderschön, kann mir alles bildlich vorstellen, und rieche sogar den Wald, sehe die Sonnenstrahlen ... sehe Dich... deine Maus ... EURE Blicke .... UND ... höre EUER Herzen schlagen ...fühle diese Verbundenheit..
herz3

man man man ... so hatte ich mir das früher alles nicht vorgestellt... was ihr hier alle so erlebt habt...schöööön herzlila

Ich muss sagen, dieses Forum bereichert mich extrem, dank Euch !!!!
liebdanke
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Razer & Tara

Beitrag  quast1966 am Fr 1 Aug 2008 - 12:09

Nein, sind wir nicht. Schöne Geschichte hüpfend

Dann will ich aber auch!!!!!!

Oh, da muß ich weit ausholen........... pfeif

Meine Großmutter ist 2006 verstorben und bei meiner Mutter ist eine große Lücke entstanden. Meine Eltern hatte sich überlegt, dass sie einen Wuff zu sich holen wollten und sind die Tierheime in NRW abgelaufen, mit dem Erfolg, dass sie den Kopf in den Sand gesteckt haben. Die Tierheime wollte so hohe Schutzgebühren haben, dass meine Eltern sich das nicht leisten konnten. Also, hab ich mich hier in Bayern mal auf die Suche gemacht, bzw. bin im Net auf die Suche gegangen.

Mit diesem Ergebenis:



Tara ist am 27.12.06 als Tara de Sasina auf Mallorca geboren. Ihr Besitzer hat sie in der Tötung in Polensa entsorgt. Dort wurde die arme Maus mit nur 9,5 kg im alter von gerade einem Jahr abgegeben. Ihr Gewicht hätte damals schon knapp 20 kg betragen müssen. Das Tierheim Passau hat sie kurzfristig nach Deutschland geholt.

Holger hat mir schon immer von Settern vorgeschwärmt, eigentlich aber von Grodons. Als ich Taras Foto entdeckt habe, hab ich es meinem Gatten gezeigt und wir haben beschlossen und die Maus mal anzuschauen. Wir Freitags nach der Arbeit hin und habe gefragt ob wir mit ihr mal spazieren gehen dürfen.

Ergebnis: Tara kommt an das Tor gerast und springt Holger direkt in die Arme. War ein toller Anblick. Sie hatte keine Angst, war super zutraulich und total verspielt.

Nach einer Stunde haben wir sie wieder zurück gebracht und sind Heim. Haben hin und her und her und hin überlegt, was wir denn jetzt machen sollen, schließlich sind wir beide berufstätig. Mit unserem Chef gesprochen, ob wir uns Mittags teilen können und jeder 1 Std. Mittag machen kann. Eine Woche lange haben wir Tara jeden Mittag zum Spaziergang geholt und nach einer Woche ist gnädiges Fräulein bei uns eingezogen. Zur Eingewöhnung haben wir uns Urlaub genommen, alles hat super geklappt. Tara hat sich vom ersten Tag an bei uns super eingefügt. Sie hat auch keine Probleme gemacht, bis Mittag alleine zu sein. Überhaupt ist sie ein superunkomplizierter Hund, der uns jede menge Freude macht.

Tja, nach nicht mal einem halben Jahr, haben wir uns entschlossen noch einen zweiten Hund zu uns zu holen. So in einem Jahr, sprich in 2008. Also, ich wieder im net, aber "nur mal schauen" und gefunden hab ich das:



War sofort die ganz große Liebe bei mir. herz2

Razer hatte nur ein Manko, er war krank. Eine akut Ehrlichiose und Leishmaniose. Noch nie zuvor hatten wir davon gehört. Also, haben wir uns im net schlau gemacht und alles über diese Krankheiten aufgesogen. In der Zwischenzeit ist es Razer so schlecht gegangen, dass er fast gestorben wäre. Die Krankheiten haben voll zugeschlagen. Er ist in Bramsche in die Klinik gekommen, aber auch die Ärzte dort haben niemanden viel Hoffnung gemacht. Razer war zu diesem Zeitpunkt mehr tod als lebendig. Hohes Fieber, Lähmungen, Krampfanfälle usw. usw. War ganz schlimm. Die Ärzte haben alles gegeben, Infusionen, Medis, Bluttransfuisionen und ich weiß nicht was noch alles. Nach vier Tagen durfte mein Bübchen die Klinik wieder verlassen. Noch dünner und noch schwächer als er vorher schon gewesen ist.

Wir haben uns von Bayern aus auf den Weg Richtung Osnabrück gemacht um ihn zu besuchen und um zu schauen ob er mit Tara zurecht kommt.

Ein schlimmer Tag war das. Während der Fahrt hat uns Liane (sein damaliges Pflegefrauchen) angerufen und uns gesagt es geht ihm wieder ganz, ganz schlecht. Razer hat Dauernasenbluten bekommen. Wir waren da schon bei meinen Eltern in Duisburg und sind DOCH zu Razer gefahren. ER hat alles gegeben, hat sich groß gemacht und uns gezeigt wie schön er sein möchte, dabei ist das Blut nur so aus seinem Näschen gelaufen, wirklich schlimm anzusehen. Hat sich vor Tara aufgebaut, ist dann zu mir und anschließend zu Holger. Danach war er am Ende seiner Kraft und ist auf seinem Bettchen einfach umgefallen. Wir habe noch ein wenig seinen Kopf gehalten und sein Näschen sauber gemacht.

Liane hat gedacht: Ok, das war es jetzt, die fahren wieder und ich hör nie wieder von Ihnen.

FALSCH. Wir sind damals übereingekommen, das sie ihn auf die Füße bringt, sprich das Nasenbluten auf die Reihe bekommt und wir ihn dann holen.

Eine Woche später hab ich ihn geholt und seit dem ist er halt mein Herzensbub.

Und so lieb haben wir uns:





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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Fr 1 Aug 2008 - 17:43

Ihr Besitzer hat sie in der Tötung in Polensa entsorgt. Dort wurde die arme Maus mit nur 9,5 kg im alter von gerade einem Jahr abgegeben. Ihr Gewicht hätte damals schon knapp 20 kg betragen müssen

Tara kommt an das Tor gerast und springt Holger direkt in die Arme. War ein toller Anblick. Sie hatte keine Angst, war super zutraulich und total verspielt.

Nach einer Stunde haben wir sie wieder zurück gebracht und sind Heim. Haben hin und her und her und hin überlegt, was wir denn jetzt machen sollen, schließlich sind wir beide berufstätig. Mit unserem Chef gesprochen, ob wir uns Mittags teilen können und jeder 1 Std. Mittag machen kann. Eine Woche lange haben wir Tara jeden Mittag zum Spaziergang geholt und nach einer Woche ist gnädiges Fräulein bei uns eingezogen.

liebdanke
die Vorstellung so ein soziales Wesen einfach in eine Tötungsstation zugeben ... weinend entsetzlich und zeigt wie grausam die Menschen sein können schadetraurig

ER hat alles gegeben, hat sich groß gemacht und uns gezeigt wie schön er sein möchte, dabei ist das Blut nur so aus seinem Näschen gelaufen, wirklich schlimm anzusehen. Hat sich vor Tara aufgebaut, ist dann zu mir und anschließend zu Holger. Danach war er am Ende seiner Kraft und ist auf seinem Bettchen einfach umgefallen. Wir habe noch ein wenig seinen Kopf gehalten und sein Näschen sauber gemacht.

Liane hat gedacht: Ok, das war es jetzt, die fahren wieder und ich hör nie wieder von Ihnen.

FALSCH. Wir sind damals übereingekommen, das sie ihn auf die Füße bringt, sprich das Nasenbluten auf die Reihe bekommt und wir ihn dann holen.

Eine Woche später hab ich ihn geholt und seit dem ist er halt mein Herzensbub.

herzlila herzlila herzlila
Es sind Kämpfer unsere Wuffels und ich bewundere sie, sind meine Helden herzregen

Aber solche Menschen wir du und ihr alle die diesen armen Wuffels eine neue Chance gebt, ein Zuhause ... IHR seid ebenfalls die Helden und mein Respekt
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Kalambo am Fr 1 Aug 2008 - 21:05

Ui,was für Gänsehautgeschichten. heulschnief
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Sa 2 Aug 2008 - 12:43

Hi,
Ui,was für Gänsehautgeschichten
.
Dem kann ich nur Zustimmen. schadetraurig
Da hat man fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn man einen Hund aus einer Zucht hat.

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Sa 2 Aug 2008 - 12:52

Nein, kein schlechtes Gewissen haben, Steffi. knuddel

Ich habe meine ebenfalls aus einer Zucht und sie waren meine "Wunschbabys" und ich bin völllig glücklich und gebe den zwei kranken Kerlchen alles und würde sie für nichts auf der Welt eintauschen.

Nur, wenn ich ehrlich bin, würde ich keine Hunde mehr beim Züchter kaufen und diese damit unterstützen, sondern mal gucken ob ich nicht einen anderen Wuffel finde, der mich sucht und vielleicht irgendwo auf mich wartet smile
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Sa 2 Aug 2008 - 13:39

Ich persönlich habe nichts gegen Züchter, solange sie ihre Tiere gut aufziehen.
Leider hat das Beispiel in Mettingen wor einigen Tagen gezeigt, dass es nicht bei allen so läuft. Dort wurden 40 Chihuahas aus einer Mietwohnung befreit. Sie lebten in Schubladen und Kartons. Da bekomme ich so einen Hals. Warum kauft man dort noch Welpen?
Für mich muß kein Hund gezüchtet werden. Tagtäglich werden Hunde getötet, weil sie niemand haben will und da sind wunderschöne Hunde dabei heulschnief .

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  quast1966 am Mo 4 Aug 2008 - 9:42

Mal ehrlich, es gibt bei den Züchtern nunmal solche und solche.

Wenn man einmal mit dem Auslands TS in Berührung gekommen ist, überlegt man nicht mehr ein Tier vom Züchter zu kaufen, oder ein TS-Hund zu holen.

Wer sich mit dem Thema befasst hat, weiß was ich meine.

Sollte hier irgendwer mal ein Tier suchen und sich für eine TS-Hund entscheiden, sagt ruhig Bescheid ich helfe Euch gerne beim suchen Eures Traumhundes.
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Clausi & Nippes - 2 Tierschutzhunde

Beitrag  Gast am Di 12 Aug 2008 - 18:20

Wie ich zu meinen Tierschutz und Hospiz-Hunden kam?
Es sind ganz unterschiedliche Fälle, die aber allesamt eines gemein haben: Leid und Elend von gaaanz armen Würmern.
Darf ich vorstellen: Clausi!
Ich war in einem Tierheim in NRW um Sachspenden abzugeben und hörte ein fürchterliches Gebell - beeindruckend laut und ohrenbetäubend. Ich wollte sehen, zu wem diese Stimme gehörte und folgte dem Gebell. Bis ich vor einem Zwinger stand, an dessen Gittertüre ein kniehoher Schnauzer/Terriermix bellend und kläffend auf und nieder sprang. Ein niedlicher kleiner Kerl, der um Hilfe bettelte. Aber ein Schnauzer/TerrierMix zu meiner vorhandenen schon älteren Hündin und zu den Katzen?? Nein, das würde wohl nicht gehen.
Ich weiss nicht mehr, warum ich ca 4 Wochen später nochmal in dieses Tierheim gekommen bin - aber ich wollte doch sehen, ob der Kleine "von neulich" noch da wäre. Bestimmt nicht - man hörte ja gar nichts mehr. Was ich in der hintersten Ecke des Zwingers auf einer Europallette mit Decke liegen sah, erinnerte mich nicht mehr an den kleinen rötlichen Hund - es war ein halb skelettierter Hund, der mit gebrochenen Augen erst mal hochsah, nachdem ich minutenlang auf ihn eingeredet habe. Ich kann nicht in Worte fassen, wie entsetzt ich war - wie geschockt.
Ich habe dann nachgefragt, wie alt, Hunde-Katzen-Kleintierverträglich - man wusste nicht viel über ihn. Er sollte ca 10 Jahre alt sein. Man hatte wohl nicht mehr damit gerechnet, dass sich für ihn überhaupt noch jemand interessieren würde und war sogar bereit, ihn mir für ein paar Stunden mitzugeben um zu testen, ob er verträglich wäre.
Im Grunde genommen war mir das fast egal - ich habe die Zeit genutzt, mit ihm zu schmusen und Unmengen von Flöhen zu beseitigen, ihm den Durchfall aus dem Fell zu entfernen und einfach nur für ihn da zu sein. Als ich ihn zurückbrachte war man ziemlich erstaunt als man hörte, dass ich den Hund bereit wäre zu übernehmen. Aber jetzt gleich mitnehmen? "NEEIIIN - DAS geht nicht. Da muss morgen früh erstmal der Tierarzt die Endabnahme machen...."
Mir und dem Hund war schwer ums Herz, als wir uns trennten - aber MORGEN, da kommst Du HEIM! Am nächsten Tag war ich zeitig im Heim, den Kleinen abzuholen. Ja, der Tierarzt hätte ihn gesehen - viel Glück und Tschüss.
Zwei Tage habe ich gepäppelt, ihn entfloht und entwurmt und versucht, ihn bei mir zur Ruhe kommen zu lassen. Freitags kam er zu mir, Samstag war Heilig Abend - ich wollte ihn direkt nach Weihnachten meinem Haustierarzt vorstellen. An die Schnauze (er stank entsetzlich aus dem Maul) und die Ohren liess er mich nicht dran: er drohte und schnappte, was das Zeug hielt. Klar, der arme Kerl hatte mehr Angst als alles andere. Auf den Kommentar vom Doc würde ich mich freuen können...
Es kam anders: Heilig Abend gegen 14.00 Uhr hatten wir wortwörtlich die Bescherung.
Clausi, so hiess er inzwischen weil er eigentlich nie oder nur ganz selten hörte (Ja, die Bierwerbung von Clausthaler - nicht immer, aber immer öfter hörte er) wurde blau, bekam kaum noch Luft und fiel quasi um. Minuten später spritze blutiger Durchfall durch die Gegend - und dass, wo der Hund Schonkost bekommen hatte. Der Tierarzt zittierte uns sofort in die Klinik - und war entsetzt. Er und zwei andere TIerärzte kämpften den ganzen Heiligen Abend lang um Clausi.
Man wollte wissen, wo Clausi her käme - DER Hund war beim Tierheimtierarzt?????????
Kopfschütteln ohne Ende, man sah den Ärtzen ihre ohnmächtige Wut an!!!
Clausi, so wurde mir dann gesagt, wäre mindestens 14 oder 15 Jahre alt und da er völlig am Ende wäre könnten sie nicht sagen, ob sie ihn durchbringen würden. Er wäre ja nur noch ein Skelett. Ja, aber er hätte doch Futter im Zwinger gehabt ... ich war recht kleinlaut. Da Clausi so schwach war, dass er sich nicht mehr wehren konnte, hatten wir keine Probleme mehr, ihm ins Maul zu sehen. Es war grässlich: jeder Zahn war daumendick und eingebettet in eitriges Zahnfleisch, dass vor sich hingammelte. Wie bitte soll ein Hund mit solchem Gebiss noch fressen können???? Klar, dass der vor vollen Näpfen buchstäblich verhungert war.
Der ganze Clausi war eine einzige Baustelle - und die ist er auch die ganzen 3 Jahre gewesen, in denen er bei mir lebte. Seine Zähne wurden, nachdem seine Herzmedikamentation eingestellt war und eine Antibiose eingeleitet war, allesamt gezogen. Die blutigen Durchfälle stellten sich immer wieder ein, egal, was er zu fressen bekam - frage mich keiner, wie oft ich des Nächtens und an Sonn- und Feiertagen mit Clausi zum Tierarzt gerast bin: Clausi stirbt.... - ich habe an ihm so sehr gehangen.
Ja, so kam Clausi zu mir!

Und Nippes? Er ist der letzte Notfall, der bei mir eingezogen ist. Ich bin ja nun ständig beim Tierarzt, es vergeht keine Woche, wo ich nicht ein- oder zweimal da bin.
So wollte ich eigentlich nur ein Medikament abholen, als mir der Doc mit etwas klitzelkleinem Wuscheligem in Creme auf dem Arm entgegenkam. Och ist DER niedlich....
Dem Doc war nicht nach niedlich - er war stocksauer. Ja, Niedlich lebt sein einiger Zeit bei uns in der Klinik - nur seine Geschichte, die war alles andere als niedlich.

Der Kleine wurde beim Doc vorgestellt, weil er "immer umfällt und in die Wohnung macht". Er sollte in der Klinik bleiben zur Diagnostik und dann wieder abgeholt werden. Aber bitte nicht zuviel machen - das lohnt sich nicht mehr! Die Zähne sind zwar stinkende Eiterbomben, aber es lohnt sich ja nicht mehr....
Der Doc hat sich dann so gut es ging um den Kleinen gekümmert, gemacht und getan - und nur die Kosten in Rechnung gestellt, die durch den Auftrag des Kunden angefallen war - der Rest ginge zulasten der Klinik. Der Tag der Abholung kam: Nein - heute könnten sie nicht. Nein - morgen auch nicht. Gut, bleibt er solange in der Klinik - Kopfschütteln allenthalben.
Dann kamen die Herrschaften zur Abholung: WIE, der braucht Herzmedikamenten und Diätfutter? WIE, der ist dement??? Und jetzt kostet das auch noch? Nee, wir zahlen nichts - Sie können ihn ja einschläfern. Sprachen sie und waren wieder durch die Türe.
Und der Doc stand mit dem Kleinen auf dem Arm da! Wobei - Freude, dass Herrchen und Frauchen wieder da waren kam bei dem Kleinen kein bisschen auf! Er versteckte sich im Arm vom Doc.
Der Tierarzt hat dann noch mehrere Male versucht, mit den Leuten zu reden - ohne Erfolg. Aber einschläfern, nee - DAS konnte er nicht. Und so wohnte der Kleine dann in der Klinik. Wobei ein dementer herz, leber und nierenkranker Hund schon auch Pflege braucht - in einer Klinik kein Problem. Aber ein so alter kleiner Kerl von gut 16 Jahren braucht auch viel Liebe und Kuscheleinheiten. Der Doc war am verzweifeln, wohin mit dem Kleinen! Wer nimmt so einen Hund? ICH!!! Eigentlich ein Unding: noch so ein Extrem Tier, wieder die Enttäuschung, wenn er dann in dem schlechten Zustand in dem er wahr, nach ein paar Wochen doch sterben würde. Aber er tat mir so leid....
So kam Nippes zu mir: der liebste und freundlichste kleine Opi, den man sich denken kann. Klar, er ist nicht mehr dicht und pinkelt rum. Er ist fast blind und taub und kann nur fressen, wenn man ihm jeden Bissen einzeln reicht oder ihn mit dem Spritzchen füttert. Er hat auch so etwas ähnliches wie Parkinson: er zittert und kriegt buchstäblich von selber keinen BIssen ins Mäulchen. Und anfangs raste er durch die Demenz immer im Kreis herum - es war fürchterlich.
Aber auch das haben wir hinbekommen und so konnte Nippes kürzlich seinen 17. Geburtstag bei mir feiern. Zu meiner allergrössten Freude. (Als Geschenk bekam er von einer Teppichbodenfirma den Teppich für meinen Flur - der muss nämlich alle 4 Wochen gewechselt werden weil der Flur komischweise DER Ort ist, an dem Nippes "es laufen lässt" hüpfend Wobei: unter dem Teppich muss ein Puzzle aus wasserdichten Unterlagen 90x60 cm verlegt werden, sonst ist bald der Estrich hin lachen2 )
Er ist ein ganz besonderer Hund, der einem viel abverlangt - aber der noch viel mehr wiedergibt. Ein Hund, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, der Lebensfreude hat: wenn ich heimkomme, rast er so schnell ihn seine Beinchen tragen zu mir und gluckert recht eigenartig vor sich hin. Er reckt die Ärmchen entgegen und will auf den Arm. Und so ein Hund soll eingeschläfert werden? MIT WELCHEM RECHT?

Ich könnte noch einige solche Geschichten anfügen: alle meine Tiere sind Tiere mit viel Vergangenheit. Aber für heute soll es reichen - Nippes ruft und möchte Essen!

Liebe Grüsse
REA

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Di 12 Aug 2008 - 19:03

Ach Rea, wunderbare Geschichten. Erzähl bald mal weiter von deinem Hospiz.
LG Silvia

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Mi 13 Aug 2008 - 16:09

Silvia + Oki schrieb:Ach Rea, wunderbare Geschichten. Erzähl bald mal weiter von deinem Hospiz.
LG Silvia

Wunderbare Geschichten? Im Nachhinein betrachtet vielleicht - weil die betreffenden TIere bei mir noch eine schöne Zeit hatten. Aber ich möchte nicht wissen, wieviele Tiere dieses Glück nicht haben...


SIE hatten es: Hopsie und Mausie, zwei Pudelrüden.
Sie lebten bei einer alten Dame. Als diese starb, zog in das kleine Häuschen eine asiatische Familie ein, die ganz offensichtlich die beiden Hundchen "geerbt" hatten.
DIe Hunde waren da und wurden auch nicht vor die Türe gejagdt - aber zu Fressen bekamen sie auch nichts. Oder wohl nur sehr wenig, ich schätze Essensreste.
Einer der beiden Hundis ist dann wohl mal ausgebüxt und lief vor einen Linienbus. Ich konnte ihn grad noch greifen - es ist ihm nichts passiert. Man sagte mir, wo der Kleine schwarze Kerl hingehörte und ich lieferte ihn wieder ab. Viel dran war nicht an ihm - da würde ich wohl mit den LEuten mal drüber reden müssen...
Die Leute sprachen nur Englisch und waren schlichtweg baff, warum ich mich um einen wildfremden Hund kümmern würde.... Kopfschütteln, Unverständnis: das ist doch bloss ein Hund! Aber auch Hunde wollen Fressen!
Ich habe dann erklärt, was so ein Hund braucht - und habe, damit es auch nur klar war, ein paar Dosen Futter hingebracht. Wenn sie schon Probleme mit der Verständigung hatten, dann könnten sie im Laden aber wohl DIE Dosen kaufen, die genauso aussahen.
Tage später bin ich dann zur Kontrolle, ob das nun auch richtig laufen würde, dort anmarschiert. Und was soll ich sagen: die Dosen standen noch alle in Reih und Glied genau da, wo ich sie selber hingestellt hatte.
Nein, das wären ja nicht ihre Hunde - und überhaupt. Man merkte, sie wollten nicht.
Der Tierschutzverein verstand meine Sorge nun so gar nicht - was sollte ich machen, an wen mich wenden? Da ich nicht allzulange hinwarten wollte, bis die Hunde in unbekannte Gefilder verschwinden würden, habe ich dann brav einen englischsprachigen Abgabevertrag aufgesetzt und mir die Hunde übereignen lassen.
Sie waren zwei liebe kleine Kerlchen, beide schon älter und der eine herzkrank. Es hat lange gedauert, bis sie stubenrein waren und das Fell wieder in einem präsentablen Zustand war. Tja, so kann man auch an Hundis kommen.... fast, wie die Junfrau zum Kinde!

Oder Inka, die Afghanin - sie hatte das Glück nur noch eine kurze Zeit.
Sie kam aufgrund eines telefonischen Hilfeschrei von Bekannten zu uns. Sie hatten den Hund jemandem abgenommen, der ihn beim Kartenspiel gewonnen hatte und eigentlich nichts damit anfangen konnte/wollte. "Dem schlag ich den Schädel ein, was soll ich mit dem Köter..." lallte er über die Strasse. Die Bekannten lösten Inka für ein paar weitere GLäser Bier aus, wussten aber nicht, wohin mit ihr.
Sie war ein armer Hund: ausgemergelt wie es schlimmer kaum ging. WIndhunde sind Rippchen - aber das war dann doch viel zuwenig, was sie noch auf die Waage brachte.
Sie kannte nichts, nur Prügel - war aber dennoch ein so sanfter Hund. Ihre Augen sprachen Bände, so kummervoll. Wir haben lange gebraucht, bis sie wieder glücklich war - und auch dieser Zustand sollte nicht allzulange anhalten. Sie wurde sehr krank und hat sich dann bald in den Hundehimmel verabschiedet. Ich hoffe nur, wir konnten ein bisschen von ihrem Leid wieder gutmachen.

So, nun ist aber gut - ich bin hier ja schon fast Alleinunterhalter!
Viele Grüsse
REA

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Mi 13 Aug 2008 - 16:45

Ich finde an deinen Geschichten eben so schön, dass du die alten Hunde nimmst, die sonst niemand mehr will. Hunde die meist kostenintensiv sind und bei denen man sich auf den Abschied einstellen muss.
(Und wie belastend es sein kann, wenn ein Hund nicht stubenrein ist, man aber in einer Wohnung lebt, das hat mir mein Beagelchen monatelang demonstriert. Muss ich nicht unbedingt haben, seufz. Da hast du meine volle Bewunderung).
LG Silvia

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Do 14 Aug 2008 - 8:49

Hallo Silvia,
ja in der Tat sind es in den letzten Jahren immer alte Tiere - denn ich nehm ja nicht nur Hunde auf, es sind ja auch Katzen. Und neulich ein altes Rattenpärchen mit dicken Tumoren.

Aber es sind ab und an auch jüngere Tiere, aber bei denen sind es dann Wesensmängel oder gesundheitliche Probleme, die dazu geführt haben, dass sie als nicht mehr vermittelbar galten (und bei denen deshalb eigentlich immer schon der Termin zum Einschläfern feststand).
Wenn ich da an meine Lady denke, eine Mastino Hündin in zart silbergrau! Die Tierschützerin, bei der sie untergekommen war, zeigte mir einen Hund in einem Zwinger, den man zum Fressen zweimal täglich aus der Hütte hieven musste - und der es dabei unter sich laufen liess und auch das grosse Geschäft dabei fallenliess.
Der Hund war abgemagert zum Skelett und schrie vor Angst. Sie hat sie dann ins Haus getragen und als sie sie dort absetzte, raste sie sofort in Deckung hinters Sofa und ward nicht mehr gesehen. Leckerchen musste ich aus meterweiter Entfernung auf sie zukullern lassen - sie nahm sie nur, wenn ich mich weggedreht hatte. Klar, dass diesen Hund keiner haben wollte und so stand der Termin auch schon fest. "Ich habe einfach zu viele Hunde, als dass ich mich um einen einzelnen so intensiv kümmern kann, dass er wieder normal wird. Und dann ist es besser, man lässt sie einschläfern". Das Schlimme war, dass die Frau wirklich bis unters Dach "voll" war und Hilfe, weder finanziell noch arbeitstechnisch, nicht bekam. Ich habe Lady genommen - nach gut zwei Jahren war sie ein Traumhund, auf dem Kindergartenkinder "reiten" konnten - bei dem sie die Zähne zählen konnten und die alles, was ich ihr an kleinen Zwei- und Vierbeinern mitbrachte, bewachte und betüdelte. 40 gr. leichte Meerschweinbabies wurden von ihr geputzt, nachdem ich sie gefüttert hatte. Sie war lange Jahre mein Ein- und Alles und hat mit gut 10 Jahren noch eine Magendrehung überlebt. Gestorben ist sie mit für einen Mastino absolut unglaublichen 13,5 Jahren - die Knochen machten nicht mehr mit. Als der Tierarzt dann ins Haus kam, standen ihm schon in der Türe die Tränen in den Augen.
Ich habe sie dann im Garten beerdigt - und ihr ihre über alles geliebten Narzissen aufs Grab gepflanzt. Sie schnupperte immer so gern an gelben Blumen, besonders halt an Narzissen. Und so haben wir immer gesagt, hoffentlich erlebst Du die nächste Blüte davon nochmal.

Es ist immer schlimm, wenn sie gehen - egal, ob sie 10 Wochen oder 10 Jahre bei einem waren. Aber manchmal bleiben eben nur noch 10 Wochen, um ein wenig Freude und ein paar Schmuseeinheiten zu geben. Und ganz selten, mit ganz viel Glück, da denkt man, es sind vielleicht zwei/drei Wochen, die ein Tierchen noch hat - und dann sind es doch Monate, die einem geschenkt werden. So ja auch bei Nippes - da hätte niemand dran gedacht, dass er so lange bei mir bleiben würde. Und wenn es nach mir geht, dann kann es gern noch ewig so weitergehen!

Gruß
REA

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Di 19 Aug 2008 - 17:35

Hallo Rea,
das hast du sehr schön geschrieben.
GsD gibt es immer mal Leute, die sich der armen Tiere annehmen, so wie du. Wenn ich Berichte im Fernsehen sehe, wird mir immer ganz anders.
Mit viel Liebe und Geduld klappt es immer und meistens hängt man an diesen Tieren besonders.

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Boxermaus am Di 19 Aug 2008 - 18:21

Danke Rea,

liebdanke

finde leider zu selten die Zeit um überall in unserem Forum zu lesen, umso schöner war es nun endlich deine /eure Geschichten zu lesen.

Mein Respekt und Bewunderung!!

herz2
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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

Beitrag  Gast am Di 19 Aug 2008 - 19:32

Hi,
das sind echt ,,wundervolle``Geschichten,die einem glatt die Tränen in die Augen schießen lassen herz2

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Re: Glücksfelle vom Tierschutz - EURE Geschichten !!!

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