Wieviel, welches Fett/Öl für den Hund ?

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Wieviel, welches Fett/Öl für den Hund ?

Beitrag  Boxermaus am Do 17 Apr 2008 - 16:55

Copyright © Gertrud (Boxermaus)
März 2008

akutalisiert 04.09.2008

Wieviel und welches Fett/ Öl braucht/verträgt der Hund?


Vorab
Hund ist kein Mensch, dass wissen wir alle zwinker1

Bei der Fettmenge die ein Hund unter Umständen benötigt und verdauen kann, fällt dies besonders auf.

Leider wissen die wenigsten Barfer/Frischfütterer, Fertigfutter-Fütterer oder wie wir uns alle nennen, wieviel ein Hund überhaupt vertragen kann, bzw. unter Umständen benötigen kann, um sein Gewicht zu halten.


Fette und Öle sind langfristige Energielieferanten.
Fette sind reine Brennstoffe ohne weitere, lebensnotwendigen Nährstoffe jedoch in der Hundeernährung extrem
wichtig und unentbehrlich.
Zum Beispiel:
Um das Gewicht des Hundes, bei bedarfsgerechter Protein (Eiweiß)deckung, zu halten, bzw. zu erhöhen
.

Fett kommt also bei Hunden mit höherem Energiebedarf (u.U. auch bei Krankheiten) und/oder bei höheren Bewegungsleistungen, wie bei Leistung-/Diensthunden zum Einsatz.

Aus Unwissenheit, erhöhen viele Barfer, Frischfütterer, wenn der Hund abnimmt, statt die Fettmenge, die Proteinmenge.
Dies resultiert, meine Meinung, aus den unklaren pauschalen BARF-Empfehlungen, hinsichtlich der zu errechnenden Tages-Gesamt-Futtermenge (xy % vom Körpergewicht). Unterstützt wird dieser Irrtum von vielen, angeblichen "alten/erfahrenen Barfern" mit deren Aussage, auf Anfragen bezüglich Futterplan-Änderungen, wenn der Hund an Gewicht verliert, wo oft folgendes gesagt wird: "Erhöhe einfach die Futtermenge"
ABER, dadruch wird leider insbesondere die Proteinmenge erhöht, statt reine Energie zugeführt.
Dadurch wird dann recht schnell und langfristig über den tatsächlichen Bedarf, Protein gefüttert, was langfristig eine einseitige Fütterung mit alles Risiken und Gefahren darstellen kann.

Diese langfristige Eiweiß/ProteinÜBERversorgung kann Ursache an die Nichtfunktionalität der Nieren sein, denn Schuld an der Nierenüberlastung bei einer Überversorungen an Protein (bei Barfer meist durch Fleisch, Fisch, Innereein, Quark, Hüttenkäse) erhöht sich die Menge der stickstoffhaltigen Stowechselabbauproudkten. Dieser Vorgang führt auf jeden Fall zu eine Belastung des Organs/Systems insgesamt und kann zu einer Vergiftung des Stoffwechsels führen, weil u.U. die harnplflichten Stoffe nicht mehr ausgescheiden werden können

Natürlich kann der Hund über Protein-KH Energie gewinnen, aber das ist langfristig nicht die Aufgabe von Protein. Hier wäre es definitiv richtiger und artgerechter, wenn der Hund bei bedarfsgerechten Mengen an Protein, Gewicht verliert, diesem Hund dann mehr Fett zuzuführen. Ob mit zusätzlichem Fett oder über den wechsel von magern zu fetthaltigen Protein-/Fleischsorten.

Meine Meinung, haben oben genannte Ratschläge vieler Barfer, fatale langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Hunde. Ganz offensichtlich fehlt grundlegendes Wissen über die Ernährung des Hundes. Die Folgen, die immer mehr zu Tage treten, bei vielen Hunden, die längerfristig u.U. mit extrem überhöhten Proteinmengen unnötigen und fälschlicherweise ernährt wurden, nehmen, meiner laienhaften Meinung, sowie Erfahrungen aus einschlägigen BARF-Foren, immer mehr zu. Und wer behauptet, eine einseitige Fütterung (in dem Fall mit Protein) gesund ist, täuscht sich, denn nicht jeder Hund kann langfristig Mengen an Protein verkraften.

Von daher, sind die bereits laut gewordenen Kritiken, dass "die Barfer", ihre Hunde mit Übermengen an Protein langfristig krank machen, meiner Meinung, nicht ganz von der Hand zu weisen, jedoch auch nicht so zu verallgemeinern sind, dass alle Barfer falsch oder schlecht ihre Hunde versorgen. Denn es gibt eine Menge guter und gewissenhafter Barfer/Frischfütterer, die ihre Verantwortung gegenüber ihrem Hund ernst nehmen und sich Basiswissen über die Ernährung des Hundes aneignen.

Mir persönich erscheint es mit den pauschalen Fütterungstechniken beim barfen, als soll eine Masse an Hundebesitzer mit scheinbar einfachsten Methoden zum barfen überzeugt/gelockt werden. Meine Meinung, wenn man seinen Hund mit Barfen/Frischfütterung langfristig gesund und artgerecht ernähren will, kann man es sich nicht in jeder Situation / Lebensumstände des Hundes so einfach machen. Etwas Basiswissen rund um die Ernährung des Hundes gehört, früher oder später einfach dazu.

Ich denke, langfristig oder im Fall einer plötzlichen Erkrankung, mus etwas Wissen rund um Hund/Ernährung-Diäten/Verdauung/Erkrankungen vorhanden sein, um seinen Hund selbstständig in jeder Situation weiterhin frisch füttern zu können.

Unterschied zwischen Fett und Öl
Grundsätzlich die Konsistenz. Fett hat eine festere und Öle flüssigere Konsistenz.

Für die Erhöhung der Akzeptanz des Futters, spielt Fett eine große Rolle. Hunde lieben es fetthaltig, ob sie es von der Figur vertragen/benötigen, ist eine andere Frage.

Tipp
Wenn der Hund mal krank ist, mäkelt etc., ruhig mal mehr Fett ins Futter mischen oder Stückchen reines Fett als Appetizer anbieten (Ausnahmen: Bei Fettverdauungsstörungen).

Verdauungsstörungen
durch Fettaufnahme, auch durch übermäßige Fettaufnahmen, kommen beim gesunden Hund kaum vor.
Der Hund ist grundsätzlich in der Lage (veranlagt), problemlos größere Mengen an Fett verdauen zu können.


Gesunde, ausgewachsene Hunden können in der Regel
bis zu 10 g sogar 15 g tierische Fette / kg Körpermasse (KM) Hund / TAG
problemlos verdauen.

Beispiel:
Gesunder 40 kg Hund könnte wenn es erforderlich wäre, problemlos 400 - 600 g reines FETT am Tag erhalten.
Das nur mal als Vergleich zur menschlichen Ernährung! Daher ist hier eine "Vermenschlichung" der Ernährung des Hundes u.U. falsch und führt langfristig zu einer nicht argerechten Ernährung.

Denke jedem ist klar, dass die Verfütterung der Höchstmengen eher die seltene Ausnahme darstellt und eine Anfütterung von Fett in langsamen Schritten ( 2-3 g/ kg KM / Tag) erfolgen soll, um zu sehen wie der Hund sich gewichtsmäßig entwickelt, bzw. ob sich ev. Dispositionen zu einer Fettunverträglichkeit zeigen, wie Duchfall. Günstig wäre vor der Verfütterung von höheren Mengen den Hund einem gründlichen tierärztlichen Check, wie ua. großes Blutblid, Urinanalyse, zu unterziehen. Und nach ca. 3 Monaten nach der Umstellung des Fütterungstechnik diesen Check zu wiederholen. Die meisten stellen erstaunt fest, dass alles super gut vertragen wird.

Es besteht also kein !!! erhöhtes Risiko einer Pankreatitis (Bauchspeichelentzündung) wenn Fett gefüttert wird!!!

Hinweis bei erkrankten Hunden, oder die, die eine Disposition zu Fettstoffwechselstörungen haben, siehe unten.

Rechnet euch das mal für euren Hund aus und stellt euch diese Menge mal täglich bildlich vor. Spätesten jetzt muss wohl jedem klar sein, dass der Hund kein Mensch ist und auch nie zu sehr hinsichtlich Fett, vermenschlicht (fettarm) gefüttert werden sollte.


Bei jungen Hunden, bis ca. 6. Lebensmonat, scheint diese Kapazität geringer zu sein.


Einige Hunde haben jedoch u.U. eine Disposition zu Fettverdauungsstörungen(u.a. Deutscher Schäferhund), hier läuft die Fettverdauung nicht optimal. Dementsprechend können dann größere Mengen an Fett nicht verfüttert werden.



Welche Fette/Öle können gefüttert werden?
Grundsätzlich alle frischen, unbehandelten (= nicht erhitze oder sonstigen Behandlungen unterzogen), tierischen Fette am gewachsenen Stück Fleisch (gesättigte Fettsäuren), sowie hochwertige unbehandelte, kaltgepresste Bio-Pflanzenöle.

Exkurs
Zitat: Gesättigte Fettsäuren kommen überwiegend in Fetten tierischen Ursprungs vor.
Butter, Hartkäse, Sahne, Schmalz, Rindertalg, Kokosfett, Palmkernfett
Fette mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben eine feste Konsistenz und einen hohen Schmelzpunkt (Zitatende aus
novafeel)


Verdaulichkeit von Fetten beim Hund
Fette (Öle) pflanzlicher Herkunft
weisen die höchste Verdaulichkeit auf, bis zu ca. 99 %.
Der Nachteil:
Ungesättigte Fettsäruen, die in pflanzlichen Ölen reichlich enthalten sind, werden leicht ranzig.
Ranziges Öl ist gesundheitsschädlich.

Ausführlicher zu den Ölen bitte hier im Forum lesen:
Mitgliedsbreich/Ernährung/Bausteine-Bedarfswerte in der Ernährung des Hundes/Sonstige essentielle, bzw. semiessenzielle Stoffe


Fette von Wiederkäuern
sind harte Fette und weisen eine Verdaulichkeit ca. 84 - 95 % auf.
Für gesunde Hunde gut zu verfüttern.
Bei kranken Hunden ebenfalls möglich (Rinderfett mit Verdaulichkeit ca. 90 - 95 %) und immer besser als gar kein oder zu wenig Fett gefüttert und auch wenn man kein Geflügelfett (keine Haut) besorgen kann oder Schweinefett (frsiches oder erhitztes wie Schweineschmalz oder Gänseschmalz) nicht oder ausschließlich füttern will.
===
OT:
Schweinefett und auch Schmalz hat ebenfalls eine hohe Verdaulichkeit = ca. 95-96 %
Gänseschmalz, wegen dern höheren Anteil Gänse/Geflügelfett ist die hohe Verdaulichkeit = ca.97-98 %

===

Zitat: "Wiederkäuer sind Tiere mit einem besonderen, ihrer Pflanzennahrung (vor allem Gräser) angepassten Verdauungssystem: Sie besitzen neben dem normalen Magen (Labmagen) noch mehrere Vormägen (Pansen, Netzmagen und Blättermagen). Dazu gehören Rinder, Schafe, Ziegen, aber auch Hirsche, Antilopen, Giraffen und Gazellen." (Zitatende aus Wiederkäuer)


Demzufolge sind frische, ungehandelte Bio-Geflügelfette, wenn keine Allergien bestehen, ideale tierische Fette (Energielieferbesonders für kranke Hunde, die notfalls in größeren Mengen in der Hundeernährung verfüttert werden können, da sehr hoch verdaulich.


Buttersäure oder mittellange Fettsäuren
wie in Butter, roten Palmöl oder im Kokosöl, sind in größeren Mengen (max. 5- 10 % der Gesamtfettmenge) zu vermeiden, da sie beim Hund abführend wirken und u.U. auch Erbrechen verursachen können.

Bei roten Palmöl /Kokosfett sollten nur hochwertige unbehandelte Produkte wie von "Amanprana" Link verwendet werden!!

Wichtig!!!

Rotes Palmöl und Kokosöl /fett MUSS diese im GLAS verkauft werden, denn Fett ist ein hervorragendes Lösungsmittel und kann aus Kunststoffbehälter Inhaltstoffe aus dem Kunststoff lösen und werden im Fett gespeichert und gelangen so in den Organismus.

Ferner sollen rotes Palmöl und Kokosöl unbehandelt sein und Bio.

Nicht gemeint sind gehärtetes, behandeltes weißes Palmöl oder gehärtetes, behandeltets Kokosfett,welches in jedem Supermarkt erhältlich ist. DIESE sind nicht gemeint und sollte nicht an den Hund verfüttert werden.

Fettverdauung
Die Fettverdauung beginnt bereits im Magen des Hundes. Hauptbereich der Verdauung ist jedoch der Dünndarm. Fett hat einen langsameren Entleerungsprozeß aus dem Magen. Hierdurch werden die Fette zeitlich später als die Eiweiße absorbiert. Drei Stunden nach der Aufnahme waren noch 50 % der Fette im Magen nachweisbar. Ich möchte zu gunsten der Verständlichkeit und Übersichtlichkeit, nicht zu ausführlich auf die reine Verdauung und dessen Spezialitäten eingehen, schließlich sind wir alle Laien.
Bemerkenswert ist jedoch, dass manche Fette, die überwiegend aus mittellangen Fettsäuren (Bio, ungehandeltes rotes Palmkernöl, Kokosöl), aufgrund Erfahrungen anderer Spezies, leichter verdaulich sind und sich u.a. für Pankreashunde geeignet erscheinen.


=========
Hinweis:
Aufgrund einer möglichen Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen ist eine fettreiche Ernährung bei Hunden mit Hypothyreose oder Diabetes mellitus zu vermeiden.

Eine familiäre Häufung hinsichtlich einer Fettstoffwechselstörung zeigen (und sollte anhand von BB kontrolliert werden)
Collie,
Sheltie,
Airedaile Terrier,
Beagle,
Teckel,
Afghanischer Windhund,
Deutscher Schäferhund,
Cavalier King Charles Spaniel.

Beim
Siberian Husky,
Samojeden
und Spitz
wird ein (rezessiv) vererbtes Krankheitsgeschehen vermutet

Besteht also eine Futtermittelintoleranz hinsichtlich FETT dann kann zuviel Fett im Futter diese Erkrankung fördern.

=========


Quellen
Eigene Meinung/Erfahrungen
Gespräche/Erfahrungsaustausch mit Hundebesitzer / Vet-Ernährungswissenschaftler TÄ
Suter, Peter F. / Kohn, Barbara: Praktikum der Hundeklinik - Begründet von Hans G. Niemand, Paray 10. Auflage 2006
Meyer, Helmut / Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes, Grundlagen-Fütterung- Diätetik, Paray 5. Auflage 2005



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Grundregeln: wieviel Fett, wieviele KH ...

Beitrag  Boxermaus am Do 27 Mai 2010 - 18:33

Wenn der Hund Übergewicht hat
kein zusätzlich und/oder sichtbares Fett oder fetthaltige Fleischsorten füttern. Dann alles magere bevorzugen.
KH (Getreide) soweit völlig aus dem Futterplan streichen, da der Hund noch immer ausreichend KH über Gemüse, Obst und sogar im Fleisch versorgt wird.

Wenn der Hund etwas älter und aktiv ist
wird er mehr oder weniger zusätzliches tierisches Fett oder fetthaltiges Fleisch benötigen um sein Idealgewicht bei bedarfsgerechten Proteinmengen zu halten

Wenn der Hund jung und aktiv ist
braucht er meist noch mehr Energie, daher dann entsprechen mehr Fett oder fetthaltiges Fleisch füttern, damit das Idealgewicht gehalten werden kann.

Wenn der Hund krank ist
ist der Stoffwechsel (Grundumsatz) meist erhöht und um den Hund bei Kräften zu halten, um Gewichtsverluste zu vermeiden, bzw. um den Appetit zu halten/steigern, also die Akzeptanz des Futters zu erhöhen, ist Fett immer so zuzufüttern, wie der Hund sein Idealgewicht hält, bzw. er bei Kräften bleibt etc. Bei kranken Hunden die dann zum Abnehmen neigen, was in Zeiten der Erkrankungen nicht gesundheitsförderlich ist, kann alles fetthaltige und verträgliche probiert werden, um den Appetit zu steigern, wie Schweineschmalz, Mascarpone, Sahne, Schweinefleisch oder -fett (ev. andünsten), etc.

Wenn der Hund älter ist und weniger aktiv
ist der Stoffwechsel langsamer und zusätzliche Energien werden kaum benötigt, bzw. wenn zuviel zugeführt wird, neigt der Hund zum Übergewicht. Daher auch hier je nachdem wie der Seniorhund sein Gewicht hält, wie aktiv er ist etc., dementsprechend etwas tierisches Fett oder ab und zu etwas fetthaltiges Fleisch, statt mageres. füttern.

Soll der Hund zunehmen
dann mehrmals die Woche fetthaltiges Fleisch bevorzugen und zusätzlich etwas an tierischem Fett füttern.
Zusätzliches tierisches Fett mit ca. 1-3 g / kg KM / Tag beginnen und täglich langsam die reinen Fettmenge steigern, siehe oben, wenn Fettstoffwechsel o.K. ist, dann bis 10 g / kg KM / Tag (was aber selten benötigt wird).
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