Zähneputzen beim Hund

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Zähneputzen beim Hund

Beitrag  bellaiv am Di 20 Sep 2016 - 10:49

Die Zahngesundheit ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Fitness - egal ob bei Menschen oder beim Tier. Zähneputzen beim Hund ist wohl bei fast Jedem irgendwann ein Thema, daher möchte ich gerne meine persönliche Erfahrung schildern.

Ende vergangenen Jahres musste Piet eine gründliche und aufwendige Zahnreinigung unter Narkose über sich ergehen lassen. Da man das seinem Hund ja nicht jährlich zumuten möchte, sollte ich nach der Zahn-OP täglich die Zähne bei meinem Piet putzen. Hierfür erhielt ich eine enzymatische Zahnpasta (Orozyme) und einen Plastikfingerling mit Noppen. Die enzymatische Zahnpasta wirbt damit, dass die Zähne auch "sauber" bleiben, wenn man diese einfach mit dem Finger auf die Zähne aufträgt.

Der Fingerling aus Hartplastik war mir für meinen frisch operierten Piet suspekt. Daher trug ich jeden Abend direkt mit meinem Zeigefinger die Zahnpasta auf die Zahnaußenfläche auf - leider nur mit sehr mäßigem Erfolg, denn die Zahnbeläge kamen schneller zurück, als gedacht. So habe ich ein dünnes Handtuch genommen und damit die Zähne mechanisch abgerieben. Das war nicht sonderlich angenehm für Piet und zur "Belohnung" trug ich anschließend wieder Orozyme auf.

Das Ergebnis war ernüchternd. Ein Eckzahn fing nach ca. 2 Wochen an gelb und vor allem rau (also porös) zu werden. Der Zahnschmelz schien die enzymatische Zahnpasta nicht zu vertragen. Das Maul fing so langsam an, wieder schlechter zu riechen.

Meine Tierärztin riet mir nun, Stoff-Fingerlinge zu verwenden. Die Idee fand ich sehr gut. Anstelle der enzymatischen Zahnpasta für Hunde sollte ich die Rebaschen-Zahnpflege nach Hildegard von Bingen, Fa. Jura (http://shop.hildegard.de/Rebaschen-Zahnpflege) nehmen. Ich befeuchte seither die Fingerlinge mit der Rebaschen-Zahnpflege und reibe damit die Zähne gründlich (von rot nach weiß) ab. Alle Zähne werden nur außen behandelt, lediglich die vier Reißzähne auch seitlich und innen. Die Fingerlinge werden anschließend mit Kernseife gründlich ausgewaschen, an der Luft getrocknet und wiederverwendet. Den Geschmack der Rebaschen-Zahnpflege findet Piet genauso gut wie die enzymatische Zahnpasta. Das kann bei anderen Hunden natürlich anders sein. Piets Zähne sind mittlerweile alle glatt und weiß (der Zahnschmelz hat sich regeneriert), sie sind überwiegend ohne Belag und es bildeten sich bislang keine neuen Epuliden; Piet hat einen angenehmen Maulgeruch. Ich persönlich verwende die Rebaschen-Zahnpflege ab und zu als Mundwasser.

Bei der Suche nach geeigneten Fingerlingen, die schließlich robust und mehrfach wiederverwendbar sein sollten, habe ich verschiedene Produkte ausprobiert und bin mit folgendem sehr zufrieden: Bogadent UBO0704 Anti-Plaque Finger Adult Hund, 2 Stück (https://www.amazon.de/Bogadent-UBO0704-Anti-Plaque-Finger-Adult/dp/B006L3UNDY/ref=sr_1_1?s=pet-supplies&ie=UTF8&qid=1474359570&sr=1-1&keywords=fingerlinge+hund).

danke aus dem cmpute
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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  Boxermaus am Di 20 Sep 2016 - 13:23

daumenhoch

Interessantes Thema !!

Eben bei Franziska mit Lacky verlinkt. Ich hoffe Franziska liest hier und schreibt ihre Erfahrungen.


Angela, bekommt Piet noch immer fleischige Knochen wegen u.a. Zahnreinigung etc.?

Wenn ja, wundert mich das schon mit dem Zahnstein, bzw. hatte das schon bei Franziska geschrieben, ob es nicht doch individuell je nach Hund trotz fleischigen Knochen es noch immer zu Zahnstein kommen kann.

Bei Andra und Ayki hatte ich gerade mit den fleischigen Knochen ihren "alten" leichten Zahnstein (da waren sie 4 Jahre alt, als sie gebarft wurden), weg bekommen. Sie hatten dann bis zum Tod mit ca. 9 Jahren (plus) gar kein Zahnstein, nicht mal gelbe Zähne. Und bis zu ihren 4. Lebensjahr (vor BARF) hatte ich täglich Zahnreinigung mit elektrische Zahnbürste, dann auch mit Fingerlinge, verschiedene Zahnpasten keine Wirkung erzielen können.

Beim Amor ist es wieder so, er hat ehe ich ihn Dez. 2011 übernommen habe, eine Zahnreinigung bekommen. Seit dem bekommt er täglich rohe fleischige Knochen, bzw. auch getrocknetes zum kauen. Er hat nun leider auch wieder etwas Zahnstein. sad


Zuletzt von Boxermaus am Di 20 Sep 2016 - 13:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  nepu am Di 20 Sep 2016 - 13:40

Huhu  smile

Vielleicht kann ich auch meinen Teil dazu beitragen, denn "zahnerprobt" sind wir hier inzwischen auch.

Ausgangsfall:
Anfang des Jahres habe ich meinen Lacky aus einem (deutschen) TH übernommen und gerade um die Zähne sah es sehr schlimm aus. In zwei aufwändigen Zahnsanierungen mussten insgesamt 14 Zähne entfernt werden, ein Zahn bekam eine Füllung. Lacky hat Paradontitis.

Zahnpasta:
Anders als bellaiv haben wir hier sehr gute Erfahrungen mit enzymatischer Zahnpasta (Orozyme) gemacht und verwenden sie täglich. Verfärbungen oder ein Aufrauen des Zahnschmelzes ist bei Lacky nicht festzustellen, obwohl wir die Zahnpasta schon einige Monate verwenden.

Zahnbürste:
Fingerlinge fand ich bei uns sehr unpraktisch, weil Nahrungsreste nicht gut damit zu entfernen waren und man mit einer Zahnbürste Ecken und Winkel wesentlich besser erreichen kann. Ferner habe ich hier (evtl. auch unbegründet) Bedenken bspw. bei Micorfaser-Fingerlingen. Microfaser ist dafür bekannt, dass man es auf verschiedenen Flächen (z.B. auf Lack) nicht anwenden darf, weil hierbei Kratzer entstehen. Beim Menschen ist für den Rückgang von Zahnschmelz u.a. verantwortlich, wenn Zähne mit zu viel Druck geputzt werden. In diesem Zusammenhang hätte ich die Befürchtung, dass sich ggf. ein Zusammenwirken negativ auf den Zahnschmelz auswirken könnte.
Angefangen haben wir mit einer Kinderzahnbürste, deren Borsten ich aber zu hart fand, da auch ohne Druck das Zahnfleisch zu bluten begann. Als nächstes haben wir eine Hundezahnbürste getestet. Schön fand ich hier, dass diese zwei unterschiedlich grosse Bürstenköpfe hatte (klein und gross), aber auch hier waren die Borsten sehr hart und das Zahnfleisch blutete, gerade im Bereich der hinteren Backenzähne, recht schnell.
Der nächste Versuch war dann ein Volltreffer: Eine Spezialzahnbürste (für den Menschen) nach Operationen im Mundbereich oder bei extrem empfindlichen Zahnfleisch. Diese Zahnbürste gibt es in zwei unterschiedlichen Grössen (klein und gross), wir haben die kleinere Variante genommen (Special Care "klein" von TePe, ca. 2,70 Euro). Die Zahnbürste ist sehr weich, liegt gut in der Hand und der Bürstenkopf hat eine angenehme Grösse.

Zahnpflege:
Die Zähne von Lacky putze ich täglich, abends nach der letzten Mahlzeit. Ich befeuchte zuerst die Zahnbürste und reinige die Zähne erstmal grob von Essensrückständen (und wasche die Zahnbürste zwischendurch immer mal aus). Im Anschluss werden die Zähne dann mit Zahnbürste und Orozyme gereinigt. Die Zahnbürste wird danach gründlich unter Wasser ausgewaschen. Danach reinige ich mit einem Lappen und Wasser noch seine Lefzen.
Weiterhin wichtig ist, dass der Hund etwas zum Kauen hat. Zwar soll z.B. Orozyme die Neubildung von Zahnstein eindämmen und bestehenden Zahnstein angreifen, allerdings hängt dies zum einen davon ab, wie der Speichel des betreffenden Hundes beschaffen ist und zum anderen darf man sich nicht vorstellen, dass bestehender Zahnstein "einfach so" verschwindet. Viel mehr wird bestehender Zahnstein "aufgeweicht", muss dennoch aber mechanisch "abgetragen" werden. Unabhängig davon, macht kauen glücklich und das Zahnfleisch wird dabei auch "massiert", was wiederum ganz erheblich der Zahngesundheit zuträglich ist.
Als nächstes wollen wir in unsere Zahnpflege-Routine noch die Ultraschall-Zahnbürste "Emmi Pet" integrieren und 1x wöchentlich anwenden. Das wird noch eine Weile dauern, aber ich kann dann ja mal ein kleines Fazit hier anbringen, wenn wir sie getestet haben. Für uns ist sie inbesondere deswegen interessant, weil Lacky wegen der Paradontitis Zahnfleischtaschen hat, die "so" kaum zu reinigen sind.

Cave:

Zahnpflege beim Hund ist m.M.n. ein Thema, mit dem sich viel zu wenige HH wirklich befassen. Dabei hängt an der Zahngesundheit wirklich so viel ab - Gesundheit, aber auch Wohlbefinden. Sichtbarer Zahnstein alleine ist allerdings kein ausreichender Indikator für die Zahngesundheit. In unserem Fall hatte der Hund kaum Zahnstein, dafür aber massive Zahnfleischentzündungen, die dauerhaft dazu führten, dass das Zahnfleisch zurückging und der Zahnhalteapparat einiger Zähne geschädigt wurde. Ein zerstörter Zahnhalteapparat, aber auch geschädigter Zahnschmelz ist nicht reversibel. Einen Welpen würde ich alleine schon deshalb, weil man ihm in dem Alter alles noch viel spielender beibringen kann, bereits vorsichtig an die Zahnpflege zu gewöhnen.

Nachtrag:
Wie stark ein Hund unter Zahnproblemen leidet, hängt vom Individuum selbst (Speichelzusammensetzung), aber auch von der Rasse ab. Gerade Vertreter der kleineren Rassen leiden verhältnismässig deutlich öfter unter Zahnproblemen. Dennoch ist, egal wie gross der Hund ist, Vorsorge immer leichter und besser als dann das Nachsehen. Ich kann da wirklich nur an jeden appelieren: ACHTET AUF DIE ZÄHNE UND DAS ZAHNFLEISCH EURER HUNDE. Wenn es zu spät ist, ist es zu spät. Ist der Zahnschmelz weg, ist er weg. Ist der Zahnhalteapparat zerstört, muss der Zahn gezogen werden. Ist die Paradontitis da, kann man sie nicht mehr wegzaubern, sondern durch intensive Betreuung und Pflege nur noch verlangsamen.

Auf den nächsten Bildern zeige ich euch Lacky nach der ersten Zahnsanierung. Letzteres ist wichtig zu betonen, weil zum Zeitpunkt dieser Bilder das Schlimmste nicht mehr zu sehen ist. Auf diesen Bildern sind bereits 11 Zähne gezogen und die Spitze des Eisberges an Entzündungen vorbei. Wie ihr sehen könnt, ist das Zahnfleisch massiv zurückgegangen. Wie ihr sehen könnt, war die Entzündung derart gross, dass sie auch auf die Lefzen übergegangen war. Vom Vorher-Zustand habe ich leider keine Bilder, aber ich kann euch sagen: Nehmt die Bilder und malt euch den Schweregrad x6. Das waren Zähne, die man mit dem Fingernagel bewegen könnte, die schon richtig matschig und nicht mehr wirklich hart waren. Zahnhälse lagen frei und auf dem einen Foto kann man sogar sehen, dass die Gabelung der Zahnwurzeln offen liegt. Die Krusten an den Lefzen gingen auf der einen Seite bis unter den Fang. DAS PASSIERT, WENN MENSCHEN NICHT AUF DIE ZÄHNE EINES HUNDES ACHTEN, NICHT ZUM TA GEHEN UND DEM GANZEN IHREN LAUF NEHMEN LASSEN.









Liebe Grüsse

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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  bellaiv am Di 20 Sep 2016 - 15:01

Super Nepu, dass Du auch Deine Erfahrungen schilderst. Wirklich sehr interessant! Auch die anschaulichen Fotos.

Piet hat schon 2 Zähne abgeben müssen, ein Fangzahn hat eine Füllung erhalten, Entzündungen und knochenfeste Epuliden zuhauf.  Die vordere untere Zahnleiste war schon fast überwuchert. Piet stank aus dem Maul mit noch nicht einmal 3 Jahren. Es ist ein Drama mit ihm und seinen Zähnen. 2 Zahn-OPs hat er bereits hinter sich. Seit der Verwendung der Rebaschen-Zahnpflege und den Fingerlingen scheinen wir das Problem einigermaßen im Griff zu haben. Zahnpflege mit Zahnbürste, gar noch mit einer elektr. ist auch nicht jedermanns (jederhunds) Ding. Für Piet ist das Reinigen mit den Fingerlingen gerade noch erträglich. Und quälen will man seinen Liebling damit ja auch nicht.

Ich bin auch der Meinung, dass die individuelle Speichelzusammensetzung eine große Rolle zu spielen scheint, wie schnell die Zähne und das Zahnfleisch Schaden nehmen. Aber auch die Zahnstellung, insbesondere bei kurzen Fängen.

Wir halten und füttern unsere Hunde alle gleich, mittlerweile in der 3. Generation - zwei Boxer mussten bisher eine Zahnsanierung mit anschließender täglicher Zahnreinigung über sich ergehen lassen. Baci hatte mit fast 9 Jahren schneeweiße, gesunde Zähne und Zahnfleisch, keine Epuliden, kein Maulgeruch. Bei Bella was es ähnlich. Meine Golda wurde 13,5 Jahre alt - bei bester Zahngesundheit. Aktuell leben 4 Boxer bei uns, alle werden ähnlich ernährt - nur Piet hat diese massiven Zahnprobleme schon von Jugend an.

Piet ist ein Schlinger - er kaut leider nicht. Daher gibt es ab und zu mal einen Kaninchenkopf oder eine Lammrippe - vor dem Frühstück, da er den angekauten Knochen versucht abzuschlucken und dann den gesamten Mageninhalt wiederholt hervorholt. Und den Knochen beim Kauen festhalten ist für Piet viel zu viel Stress ..... schon als zarter Welpe war er so. Bei den Mädels klappt das ohne Probleme.

So putze ich Piet jeden Abend vor dem Schlafengehen seine Zähne und hoffe, dass wir keine weiteren Narkosen wegen Zahnsanierung brauchen ..... fruehlingsfreude
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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  Boxermaus am Di 20 Sep 2016 - 15:18

Danke Franziska, ein sehr informativer und anschaulicher Beitrag.

Könnten wir diesen Thread in den öffentlichen Bereich verschieben?
Nur wenn ihr damit einverstanden seid !!
Wenn ja, dann hätten viele Halter, die hier nur lesen und nicht in den privaten Bereich kommen, auch etwas von euren Erfahrungen/Wissen.

Piet hat schon 2 Zähne abgeben müssen, ein Fangzahn hat eine Füllung erhalten, Entzündungen und knochenfeste Epuliden zuhauf. Die vordere untere Zahnleiste war schon fast überwuchert. Piet stank aus dem Maul mit noch nicht einmal 3 Jahren. Es ist ein Drama mit ihm und seinen Zähnen. 2 Zahn-OPs hat er bereits hinter sich.
schock sad sad

Wir halten und füttern unsere Hunde alle gleich, mittlerweile in der 3. Generation - zwei Boxer mussten bisher eine Zahnsanierung mit anschließender täglicher Zahnreinigung über sich ergehen lassen. Baci hatte mit fast 9 Jahren schneeweiße, gesunde Zähne und Zahnfleisch, keine Epuliden, kein Maulgeruch. Bei Bella was es ähnlich. Meine Golda wurde 13,5 Jahre alt - bei bester Zahngesundheit. Aktuell leben 4 Boxer bei uns, alle werden ähnlich ernährt - nur Piet hat diese massiven Zahnprobleme schon von Jugend an.
Das ist sehr interessant mit dieser langjährigen Erfahrungen und bestätigt, dass es auch ein individuelles Problem des jeweiligen Hundes ist. sad

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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  nepu am Di 20 Sep 2016 - 15:51

Huhu fruehlingsfreude

bellaiv schrieb:Zahnpflege mit Zahnbürste, gar noch mit einer elektr. ist auch nicht jedermanns (jederhunds) Ding. Für Piet ist das Reinigen mit den Fingerlingen gerade noch erträglich. Und quälen will man seinen Liebling damit ja auch nicht.

Gut, ich habe hier auch einen (mit mir) sehr geduldigen Hund. Ich musste ihn nicht sonderlich an die Zahnpflege heranführen, obwohl er zu dem Zeitpunkt schon ein Senior war. Das hat es mir nun wirklich einfacher gemacht. Aber auch ich konnte zwischen Zahnbürste und Zahnbürste einen deutlichen Unterschied hinsichtlicher der Akzeptanz merken. Die harten Borsten der Kinder-, aber auch die der Hundezahnborste waren nichts. Mal abgesehen von den Zahnfleischblutungen war der Hund hier hibbeliger. Mit der neuen Zahnbürste ist das deutlich anders. Die Borsten sind wirklich sehr weich und weil die Anschaffungskosten nicht hoch sind, kann ich wirklich jedem empfehlen, die Bürste einfach mal auszutesten. Am Anfang kann man versuchen, damit nur die vorderen Zähnchen zu putzen und sich nach und nach "nach hinten" arbeiten.

Bei der US-Zahnbürste sieht das etwas anders aus. Die Bürstenköpfe sind hier zwar deutlich kleiner, aber die Anschaffungskosten sind mit knapp 200 Euro hoch. Man hat zwar die Möglichkeit, die Zahnbürste erst zu mieten und kann dann entscheiden, ob sie etwas für den Hund wäre, aber sie kostet eben nicht wenig Geld. Pluspunkte der Zahnbürste: Keine spürbaren Vibrationen, keine (für uns) hörbaren Geräusche, US-Wellen reinigen Zahnfleischtaschen. Möglicherweise kann es sein, dass ein Hund die Zahnbürste sogar eher toleriert als eine Handzahnbürste, aber ich würde die US-Zahnbürste persönlich erst in Erwägung ziehen, wenn der Hund sich auch (schon) mit einer Handzahnbürste die Zähne putzen lässt.

bellaiv schrieb:Ich bin auch der Meinung, dass die individuelle Speichelzusammensetzung eine große Rolle zu spielen scheint, wie schnell die Zähne und das Zahnfleisch Schaden nehmen. Aber auch die Zahnstellung, insbesondere bei kurzen Fängen.

Sie spielt ganz klar eine Rolle - beim Menschen ist das nicht anders. Bei kurzen Fängen kenne ich mich leider gar nicht aus, bei kleinen Hunden liegt der Grund vor allem daran, dass die Zähne sehr dicht stehen. Speichel kann die Zähne so schlechter "umfliessen". So ein Hundegebiss eines Kleinhundes sieht optisch oft ja schon deutlich unansehnlicher aus als das eines grösseren Hundes. Zahnstein an den Fangzähnen ist aber unabhängig davon sehr häufig. Ich denke, dass das daran liegen könnte, dass die Fangzähne unseres Haushundes nicht wirklich genutzt werden - zumindest im Vergleich zum Wolf, der Beute ja richtig "reisst".

bellaiv schrieb:Piet ist ein Schlinger - er kaut leider nicht. Daher gibt es ab und zu mal einen Kaninchenkopf oder eine Lammrippe - vor dem Frühstück, da er den angekauten Knochen versucht abzuschlucken und dann den gesamten Mageninhalt wiederholt hervorholt. Und den Knochen beim Kauen festhalten ist für Piet viel zu viel Stress ..... schon als zarter Welpe war er so. Bei den Mädels klappt das ohne Probleme.

Hast du mal versucht, den Knochen, wenn er eine Grösse erreicht hat, die "abschluckbar" ist, ihm wegzunehmen? Regelmässiges Erbrechen ist auch nicht gut für die Zähne - sieht man oft bei Menschen mit Bulimie. Oder wie wäre es, wenn du ihm Knochen in einer Grösse geben würdest, die so gross sind, dass er sie einfach nicht abschlucken kann?

Boxermaus schrieb:Könnten wir diesen Thread in den öffentlichen Bereich verschieben?
Nur wenn ihr damit einverstanden seid !!
Wenn ja, dann hätten viele Halter, die hier nur lesen und nicht in den privaten Bereich kommen, auch etwas von euren Erfahrungen/Wissen.

Sehr gerne! Meiner Erfahrung nach beschäftigen sich die meisten HH nämlich erst mit dem Thema, wenn es schon ein Problem gibt. Viel schöner wäre es allerdings, wenn man sich der Zahnpflege widmen würde, bevor grössere Probleme auftreten, damit diese so gut es geht auch gar nicht entstehen.

Ansonsten würde ich mich auch anbieten, ein Video vom Zähneputzen zu drehen bzw. meinen Freund als "Kameramann" zu missbrauchen. Eine Anleitung, wie man einen (möglichst jungen) Hund an das Thema heranführt, wäre sicher auch sehr hilfreich für andere.

Liebe Grüsse

nepu

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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  bellaiv am Di 20 Sep 2016 - 16:33

klar - gerne in den öffentlichen Bereich coolyman
Bin schon super auf das Video gespannt! grinsfrech
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Re: Zähneputzen beim Hund

Beitrag  Boxermaus am Mi 21 Sep 2016 - 11:56

verschoben in den öffentlichen Bereich:
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Re: Zähneputzen beim Hund

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