Zink / Zinkbedarf / Bedarf Zink / Hund / Hunde / Barfen

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Zink / Zinkbedarf / Bedarf Zink / Hund / Hunde / Barfen

Beitrag  Boxermaus am Fr 28 Aug 2015 - 14:51

Boxermaus am So 6 Jul 2008 - 15:48
copyright Boxermaus Gertrud Laubhan-Sauerwein

Zink – eines der wichtigsten Spurenelemente


Zinkbedarf

lt. M/Z
....bei einer angenommenen Verwertung (Bioverfügbarkeit) des Zinks von ca. 25 %. und  eine Mischkost mit mehr oder weniger reichlich Getreide gemeint ist, was, wie nachfolgend noch aufgezeigt eine doch recht bedeutende Info hinsichtlich Bioverfügbarkeit etc. ist.

Beim Barfen kann man grds. davon ausgehen, dass die Bedarfswerte niedriger sind.

Wieviel niedriger ist, soweit ich erkennen konnte, nicht geklärt sondern eher Vermutungen wie 50 %**

Beim Barfen ist  der Vorteil, dass die Fütterung insgesamt mehr frisches Fleisch  inkl. Innereien etc. (70- 80 %) enthält  und damit eine relative hohe Bioverfügbarkeit ALLER Nährstoffe also auch Zink  (ca. 50 % +/-) und kaum oder nur wenig pflanzliche Kost wie Getreide (geringe Bioverfügbarkeit, bzw. bei einer Mischkost insgesamt die Bioverfügbarkeit herabsetzt) enthält. Die pflanzlichen Bestandteile mindern immer die ansonsten recht hohe Bioverfügbarkeit, aber dieser Anteil ist beim Barfen rel. gering.

**Beispiel:
Bei Veganer, Vegetarier ist der Bedaf an Zn 50 % höher als die empfohlenen Bedarfswerte für Menschen die Mischkost inkl. tierische Produkte essen.
Das kann man, mangels andere bekannter wissenschaftliche Zahlen, im übertragenen Sinne, umgekehrt, eben für gebarfte Hunde übernehmen, also dass die Bedarfswerte ca. max. 50 % geringer sind.

copyright Boxermaus Gertrud Laubhan-Sauerwein


Zinkzufuhr ist nicht gleich Zink-Bioverfügbarkeit also das was dem Organismus tatsächlich zur Verfügung steht.
Die Bioverfügbarkeit ist u.a. auch abhängig davon, bzw. die Bioverfügbarkeit wird ev. reduziert, je nach de mit welches Lebensmittel Zink aufgenommen wird ....

z.B.
Viele phytinsäurehaltige Lebensmittel  = Gegenspieler von Zn  (i.d.Reihenfolge hoch bis niedrig:  Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Getreide, Obst wie Bananen) vermindert die Aufnahme von Zink im Darm, dann die rel. geringe Bioverfügbarkeit...
Schon kann es zu einem Zinkmangel kommen. Und das obwohl Lebensmittel mit  ausreichend Zink verfüttert werden.
Nüsse, Samen werden rel. (im Verhältnis gesehen) wenig beim Hund ergänzt und sind keine Hauptmahlzeit
Einweichen über Nacht (und das Einweichwasser verwerfen) von Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte kann ebenfalls den Phytat-Gehalt reduzieren
Hülsenfrüchte spielen beim BARFen keine Rolle.
Getreide*, als eher einzige "Gefahr" beim BARFen,  je nachdem wie der Halter eingestellt ist, mehr oder weniger Getreide füttert.
Fermentierung (Getreide) kann den Phytinsäuregehalt jedoch bis zu 90 % abbauen
Bananen werden i.d.R. beim Hund auch nie in Mengen verfüttert.

Erhitzen verringert den Phytinanteil nur unwesentlich.

*der größte Anteil von Phytinsäure ist in der Schale (Vollkornprodukte). Der eigentliche Kern hat weniger hohe Konzentrationen.
Im Vergleich dazu, bei den Hülsenfrüchten ist der größte Phytinsäure-Anteil im Inneren der Bohne.

Weitere “Gegenspieler” von Zink sind z.B.  Calcium.
Viele Milchprodukte enthalten rel. viel Zink, doch eben auch viel Calcium und damit steht ev. wieder weniger Zn zur Verfügung.

Zu viele Knochen, zu viele Eierschalen (zusätzliches Calcium) = unausgewogenes Ca/P Verhältnis und die Überschreitung des Gesamt Ca/P im Gesamtfutterplan, bei den derzeitigen max. Bedarfswerte.... kann auch zu einem Zn-Mangel führen.

Phytinsäure (in Maßen) ist nicht nur "das Böse", sondern hat auch Vorteile (wobei man alle diese "Vorteile" nicht unbedingt nur mit Phytinsäure erreicht!)
- ein recht starkes Antioxidans, reguliert das Zellenwachstum, spielt auch eine Rolle im Immunsystem, kann Tumorzellen hemmen
- wegen der Eisen-Bindungs-Fähigkeit  kann es vor Darmkrebs schützen
- möglicher Schutz vor Nierensteinen
- mögliche Verbesserung von Cholesterinwerten



Ausgewachse Hunde
1 mg/kg KM / TAG

Wachstum (Welpen/Junghunde)
3. - 4. LM  = 3,3 - 4,1 mg / kg KM / TAG
5. - 6. LM  = 3,9 - 5,1 mg / kg KM / TAG
7. - 12. LM = 1,7 -2,1 mg / kg KM / TAG


Zuchthündinnen
Gravidität (Trächtigkeit) bis zur 5. Woche wie ausgewachsene Hunde 1 mg /kg KM / TAG
Gravidität ab 5. Woche = 2,4 mg  / kg KM / TAG
Laktation (4-6 Welpen)= 5,40 mg / kg KM / TAG

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Zink wie zuführen, welche Lebensmittel besser etc.


In allen Lebensmittel liegt das Zink aber in gebundener Forum vor und muss erst soweit verdaut werden um aufgenommen zu werden. Und dieses Aufspalten geht mehr oder weniger gut = Bioverfügbarkeit.

Grundsätzlich wird Zink
aus pflanzlichen Nahrungsmitteln eher schlecht aufgenommen und Zink (ca. 15 - 20 %, Mischkost ca. 20%)
aus tierischen Lebensmitteln (wie Innereien, Fleisch, Hering, Käse)  besser bis zu 50 % (Bioverfügbarkeit)

Die Bioverfügbarkeit (gilt für alle Nährstoffe) ist bei tierischen Produkten höher als bei pflanzlichen Produkten.

Die höchsten Zinkgehalte befindet sich im Gehirn,  Muskelnfleisch,  Knochen, Leber und Nieren.

Beim Barfen werden als Hauptbestandteil oben genannte Futtermittel zu 70 -  80 % der Gesamtration gefüttert,  was aber dennoch i.d.R. nicht ausreicht

Da jedoch auch beim Barfen nicht ausschließlich Fleisch gefüttert wird, bzw. auch wenn (was aber ernährungstechnisch falsch ist) kann man von der aufgenommen Zn-Menge über die versch. Nahrungsmittel nur von ca. 25 - max. 50 % Bioverfügbarkeit ausgehen, also was "ankommt".
Dazu dann entsprechende niedrigere Bedarfswerte ca. 50 % ...

da bin ich geneigt immer eine Zinkergänzung mit hoher Bioverfügbarkeit wie Zinkorotat zu ergänzen.




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Zinkgehalt verschiedene Lebensmittel


100 g Rinderleber = 5 mg Zn
100 g Kalbsleber = 8 mg Zn
100 g Hühnerleber = 3 mg Zn
100 g Lammleber = 4 mg Zn

100 g Nieren/Herz = 2 - 2,5 mg Zn

100 g Knorpel = 1-1,5 mg Zn

100 g Knochen = 0,7 mg Zn


100 g mageres Rindfleisch = 4,2 mg Zn
100 g mageres Pferdefleisch = 2,5 mg Zn
100 g Hühnerfleisch = 1 - 1,5 mg Zn

100 g Pansen = 1,5 mg Zn
100 g Blättermagen = 2,2 mg Zn

100 g Lunge = 1,5 mg Zn
100 g Milz = 3,9 mg Zn


100 g Eigelb roh = 4,6 mg Zn ( 1 Eigelb = ca. 16 g = ca. 0,75 mg Zn)

100 g Eierschalen = 0,4 mg Zn

100 g Hering ca. 0,5 mg Zn


100 g Hartkäse = 4,6 mg Zn
100 g Wurst = 0,5 mg Zn

100 g Joghurt = 1,1 mg Zn

100 g Nüsse = 3 - 4 mg Zn


Das dort enthaltene Zink kann wie alles, auch nur zum Teil vom Organismus aufgenommen werden, ein Teil wird ganz natürlich ausgeschieden.
Je nach Hund und Umstände/Erkrankungen kann es zu Zn-Mangel kommen.

copyright Boxermaus Gertrud Laubhan-Sauerwein

Ein erhöhter Zn-Bedarf:

- Während des Fell-/Haarwechsels vor allem bei Langhaarhunden

- Leistungshunde, Arbeitshunde, Diensthunde

- Entzündungen und Infektionen

- Wachstum und Entwicklung
- Senioren

- Stress (stressanfällige Hunde, Leistungshunde, Kankheit, etc.)

- Stoffwechselerkrankungen

- Allergien

- bei Lebererkrankungen
- entzündlichen Darmerkrankungen

- nach großen Operationen
- bei schweren Wunden

- bei Erkrankungen der Prostata

- bei Unterfunktion Pankreas

- bei zu großen, nicht artgerechten Mengen an Getreidefütterung

- Diabetes* Stoffwechselerkrankung

*Diabetes, krankheitsbedingt i.d.R. erhöhte Zinkverluste, Diabetiker profitieren von einer zusätzlichen geregelten Zinkversorgung (verbesserte Glucosetoleranz, verminderte Insulinresistenz), schnelleren Abheilen von Haut- und Schleimhautdefekten.

Zink bewirkt eine verkürzte Infektsionsdauer!
Ausreichend Zink ist wichtig für ein gutes Immunsystem.

Bei fast allen Erkrankungen ist ein erhöhter Bedarf an Zink !!

Wichtig zu wissen:
Die orale Bioverfügbarkeit von Zinksalzen liegt im Bereich von 10%
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox/TOXDB/KLT_031.htm?clinitox/klt/toxiklt.htm



Durchfall und Parasitenbefall können Anzeichen für ein Zinkdefizit sein.

Beieinträchtigung der Zinkaufnahme im Organismus

  • Die Zinkaufnahme wird durch Calcium-Überschüsse beeinträchtigt (zu viel rfK, zu große Mengen an Ca. Zusätze)
  • Weiter kann Zn-Aufnahme beinträchtigt sein, wenn rohes und/oder nicht "richtig" aufgeschlossen** Getreide, wie Weizenkleie, Haferkleie o.ä. gefüttert wird, da Phytinsäure die Zn. Aufnahme im Organismus hemmt.
    ** Nur durch  besonderer Teigführung bei der Brotherstellung wird Phytinsäure*** zum größten Teil "inaktiviert".
  • Auch bei einer Unterfunktion der Pankreas wird Zn etwas schlechter verwertet. PI Hunde sollen ja Zn zugeführt bekommen.



** / ***Wegen Phytinsäure hier noch lesen:
http://boxermaus.forumieren.de/getreide-kh-energie-mineralstoff-vitamin-pflproteinlieferant-f88/phosphor-phytate-phytinsaure-im-getreide-t2005.htm


Folgen eines Zinkmangels können sein:
erhöhter Anfälligkeit für Infekte
Störungen der Wundheilung,
trockene schuppende Haut,
entzündliche Hauterkrankungen.
(denken viele nur an die Zuführung essentieller Fettsäuren (Öl), was aber auch wichtig ist)
Akne
Erhöhte Infektanfälligkeit
Störungen des Geschmacksempfindens
Appetitlosigkeit
Wachstumsstörungen von Haaren und Nägeln


Zinkmangel-Dermatitis:
Hautrötung und Pusteln, besonders im Gesicht, Anal-, Genitalbereich.
etc.


Zinkmangel entsteht einerseits
durch Mangelernährung oder Fehlernährung, siehe oben z.B. beim Welpen ein Zuviel an Calcium
oder
durch Störungen der Aufnahme im Magen-Darm-Bereich
und
andererseits durch einen erhöhten Zinkverbrauch

- Alaskan Malamute
- Sibirian Husky

- in einigen Fällen bei der Deutschen Dogge

- und dem Dobermann

trat rassespezifischer Zinkmangel auf, dessen Ursache bislang ungeklärt ist.

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Zinküberschuss beim gesunden Hund
gibt es soweit ich weiß in der frischen Fütterung nicht, außer es werden größere Mengen an Nahrungsergänzungen zugeführt, was kaum einer machen wird.
Daher Ergänzungen über Zinkprodukte, wie Zinkorotat etc. nicht übertreiben und nicht willkürlich ergänzen!!!
Denn durch solche Übertreibungen wie Mineralergänzungen jeglicher Art kann es bei Zn-Überschuss u.a. zu Kupfermangel kommen.

Lt. M/Z
sind Störungen durch einen Zn-Überschuss bisher beim Hund kaum beschrieben

Zur Beurteilung der Zn-Versorung kann der Zn-Gehalt im Serum nur bedingt herangezogen werden.
Bleibt der Zn-Plasmawert über längere Zeit unter 8 µmol/l, so besteht der Verdacht einer ungenügenden Versorgung.

Ein Rückgang der Zn-Gehalte im Serum ist
- bei Lebererkrankungen
- bei Infektionen
- bei Trächtigkeit
- bei allen hormonellen Störungen
zu erwarten


Zitat:
Im Blut sind Zinkgehalte stark abhängig vom Zeitpunkt der Blutentnahme (der Wert steigt eine Stunde nach Fütterung an und sinkt dann allmählich ab) und auch von der Zinkquelle (Zinkpropionat erzielt z. B. deutlich höhere Werte als Zinkoxid).
Ein veränderter Zinkspiegel kann hinweisend sein für eine fütterungsbedingte Fehlversorgung.
Auch Erkrankungen, toxische Ursachen oder ein Artefakt bei der Blutentnahme können dies bedingen.

Quelle:
http://www.idexx.de/pdf/de_de/smallanimal/education/client-education/du_barfen_de.pdf


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Quellen:
angelesenes Wissen
und u.a.Quelle:
M/Z =  Meyer/Zentek "Ernährung des Hundes", 5. Ausgabe


Phytinsäure ***
http://boxermaus.forumieren.de/getreide-kh-energie-mineralstoff-vitamin-pflproteinlieferant-f88/phosphor-phytinsaure-im-getreide-t2005.htm

http://www.meat-n-more.info/pdf/cma_infodienst/Bioverfuegbarkeit.pdf

http://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Zink/

http://www.biowellmed.de/fachartikel-663.html


http://www.zinkmangel.de/ernaehrung/ernaehrungstabelle.php
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