Ernährung /Diät / bei Pankreas Problemen

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Ernährung /Diät / bei Pankreas Problemen

Beitrag  Boxermaus am Do 6 Aug 2015 - 10:31

Zitat:
Während früher jeder Patient mit Pankreatitis mehrere Tage fasten musste, lautet die heutige Empfehlung, so früh wie möglich wieder zu füttern und den Magen-Darm-Trakt möglichst nicht mehr als 24 Stunden ohne Futter zu lassen.

Wie kam es zu diesem Wandel? Die Fastenempfehlung beruhte auf der Beobachtung, dass die Bauchspeicheldrüse weniger Enzyme freisetzt, wenn keine Nahrung im Magen bzw. Dünndarm ist. Allerdings bedeutet ein Nahrungsentzug auch, dass die Darmwandzellen nicht mit Energie versorgt werden, sodass Fasten einen negativen Effekt auf die Darmbarriere hat. Sowohl beim Menschen als auch bei unseren Haustieren konnten verschiedene Untersuchungen nachweisen, dass eine frühzeitige Ernährung die Heilungsrate verbessert.

Deshalb ist man inzwischen dazu übergegangen, die Tiere zu füttern sobald sie nicht mehr ständig erbrechen. Häufig bekommen sie Medikamente, die das Erbrechen (mit den negativen Folgen für Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt) unterbinden.....

https://www.drhoelter.de/tierarzt/tierkrankheiten/bauchspeicheldruesenentzuendung.html


Boxermaus am Do 15 Apr 2010 - 16:36

Das Hauptproblem bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist, dass diese meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden. Das gilt sowohl für die chronische Pankreatitis als auch besonders für das Pankreaskarzinom

Mögliche Erkrankungen bei diesem Organ:
- exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
- Pankreatitis
- Krebs
- Zysten
- Ruptur (Riss durch Verletzungen)
- Fehlbildungen des Gangsystems
- Pankreaspseudozysten
- Missbildungen des gesamten Organs


Hunde mit einer chronischen Pankreasinsuffizienz haben nur eine gute Überlebenschance mit guter Lebensqualität, wenn sie adäquat  und vor allem artgerecht ernährt werden

Die "Pankreasdiät" gibt es nicht

http://www.ivis.org/advances/rc_de/A4505.0208.DE.pdf?LA=5

http://www1.royal-canin.de/katze/wissen/publikationen-zur-klin-diaetetik/klinische-diaetetik-hund/langzeit-therapie-des-diabetischen-hundes.html

Sondern eine Diät ist abhängig vom klinischen Bild, Verhalten etc. und dient grundsätzlich der soweit möglichen Entlastung.
Bei der Ernährung mit einer Pankreatitis ist es also wichtig, den Schweregrad der Erkrankung so gut wie möglich mit einzubeziehen.


Bei einer fettarmen (NICHT fettlosen!!!)
UND
hoch verdaulichen Ernährung wird angenommen, dass diese Ernährungsweise das Fortschreiten des chronisch entzündlichen Prozesses verlangsamt.


Insgesamt soll auf eine Magen-Darm- freundliche, beruhigende Ernährung, als Unterstützung geachtete werden.

Plötzlicher Futterwechsel muss vermieden werden.

Bei der Umstellung von Industriefutter auf Frischfutter-Diät muss ca. 6-10 Tag langsam umgestellt, sich in die neue Ernährung eingeschlichen werden.


Heilt die akute Pankreatitis aus, normalisiert sich die Verdauungsleistung.
Diätetische Maßnahmen sind i.d.R. nach der Aufbaukost nicht notwendig.
Leicht diätetische Maßnahmen können aber nur von Vorteil sein.


Bei chronischer Pankreatitis hingegen,
sollte nach deutlicher Besserung eines akuten Schubs mit strengen diätischen Maßnahmen zu einer „leichteren„ Diät versucht werden überzugehen. Die Diät immer langsam, schleichend verändern.


Mehrere kleine Mahlzeiten
zur Verhinderung postprandialer Schmerzen werden besser vertragen als wenige voluminöse.

Die Tagesration wenn möglich daher mindestens auf 3-4 Hauptmahlzeiten und zwei kleine Zwischenmahlzeiten verteilt füttern

Hauptmahlzeiten:
Morgens/ Mittags / Abends ev. je nach Erkrankung auf 5-6 Mahlzeiten aufteilen
Leckerli nach Bedarf, sowie am besten morgens direkt nach dem  Aufstehen und Abends direkt vor dem Schlafengehen.


Schwer verdauliche oder blähende Lebensmittel
müssen gemieden werden.



Bei einer fettarmen UND hoch verdaulichen Ernährung wird angenommen, dass diese Ernährungsweise das Fortschreiten des chronisch entzündlichen Prozesses verlangsamt

Fettarm - aber NICHT fettlos !! -
Essentielle Fettsäuren
(wie z.T. nur in pflanzlichen Ölen enthalten, wie Omega-3 Fettsäruen etc.,  müssen in den  Mindest- bis Doppelten Mengen der bekannten wissenschaftlichen Richtwerte ergänzt werden.

Jedes frische Fleisch, auch magere Sorten haben grundsätzlich, mehr oder weniger größere Fettgehalte, damit wird in einer frischen Ernährung über magere Fleischsorten wichtige Fettsäuren wie Omega 6 gefüttert.

Essentielle Fettsäuren,
In kleineren Studien wurden zusätzliche positive Effekte mit Omega-3-Fettsäuren gezeigt
.
Bei einer Pankreatitis mit Hyperlipidämie entsprechend weniger ergänzen.
Wie zum Beispiel
kleine Mengen Leinöl mit BIO-Quark vermischt,
ferner kleine Mengen:
Weizenkeimöl, Schwarzkümmelöl, Borretschöl, Nachtkerzenöl, Olivenöl
KEINE Fischöle!! Siehe dazu meine separate Ausarbeitung.


Leicht verdauliches Eiweiß / Protein  und  Eiweiß/Proteinreich,
- nur hochverdauliche tierisches Protein, und ROH
ROHES Fleisch,
nur soweit der Hund schon auf roh umgestellt wurde, wenn nicht ABSOLUT langsam erst auf gekochtes Fleisch, dann weider absolut langsam auf immer mehr roh, den individuellen Hund beobachten!! Es geht beim kranken Hund nicht darum mit Gewalt eine Art der Ernährung zuzuführen, sondern die, die scheinbar er am besten verträgt.

- Keine rfK füttern (dafür Calcium, wie gem. Eierschalen, täglich ergänzen)
- Bindegewebsreiches muss absolut vermieden werden
- Ausreichend, ev. je nach Erkrankung/Umstände erhöhte Fütterung mit hochverdaulichen Innereien (Leber, Herz, Nieren)
- Schwer verdauliche oder blähende Lebensmittel müssen gemieden werden.

Faserarm
aber nicht ganz ohne Faserstoffe, Ballaststoffe (z.B. Gemüse, Obst) ernähren, sondern
faserarme Gemüse-,  Obstsorten auswählen und entsprechend ergänzen

Pflanzliche Lebensmittel
also nur kleinsten, soweit für geregelten Kotabsatz erforderlichen Mengen und eben ausgewählte faserarme Sorten
Nur wenig, bzw. nur so viel wie ein geregelter Kotabsatz erfolgt, bzw. dass ausreichend basisches in der Ernährung enthalten ist.
Gemüse
nur gedünstet verfüttern, erhöht die Verdaulichkeit
Obst
je nachdem,, mehr oder weniger gedünstet

Getreide
wenn, dient es eher der "reinen" Energiezufuhr in kleinen Mengen.
Wenn möglich, gar kein Getreide füttern oder wenn,  nur hochverdaulichen, aufgeschlossenen weißen gekochten Reis oder frisch gekochte Pellkartoffeln ohne Schale als Kartoffelbrei in kleinsten moderaten, artgerechten Mengen ergänzen.
Frische fein gemahlene oder geflockte Getreidemehle über Nacht in etwas Wasser einweichen, am nächsten Tag zu Brei geköchelt, zum Beispiel
Baby-Haferflocken, weiche Schmelzflocken, Reisflocken, Babygetreidebrei etc
Keine Vollkornprodukte oder Produkte mit ganzen Körnern verwenden

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Getreide die ohnehin gestörte, erkrankte Pankreas zusätzlich belastet, daher wenn, geringe Mengen.

Wie fehlende Energielieferanten ersetzen?
Die Proteinmenge kann in diesen Fällen ausnahmsweise, da meist die Eiweißverdauung noch funktioniert, als Energielieferant  unter tierärztlicher Kontrolle (um max. Menge fest zu stellen etc.) gefüttert werden und zwar bis zum Doppelten der Empfehlungen des Erhaltungsstoffwechsel.

Sinnvolle Ergänzungen und Zusätze
sind oft erforderlich und von Vorteil
Pankreas, Magen-Darm, Leber, Galle fördernde und unterstützende natürliche Zusätze, wie

Bitterstoffe
Frisch, als Kräuter ab Frühjahr, wie
Löwenzahn
Brennessel,
Schafgabe,
Wegerich,
Gänseblumchen,
Giersch,
Beifuss,
Sauerampfer.

oder
als Teemischung und 1 TL - 2 Eßl (je nach Größe des Hundes ) abgekühlt pro Mahlzeit ergänzen
oder
Etwas Bitterstoff-Pulvermischung ergänzen

Warum „Bitterstoffe, diese Pflanzen?
Sie sind u.a. konzentrierte natürliche Mineralstoff-Pakete, die genau die Stoffe (Zink, Chrom, Selen, Magnesium etc. ) liefern, die bei einer Entquellung von Gallen-Pankreas-Gänge von Vorteil sind.
Hierdurch können u.U. die Enzyme des Pankreas wieder richtig gebildet werden.

Merke:
Leber-Galle-Drogen = Pankreas-Darm-Drogen !!

Leber- und Galle unterstützend:
Mariendistelextrakt (Silymarin) und Tee ergänzen
Die Mariendistel wirkt entblähend und vermindert das Spannungsgefühl im Oberbauch, hat eine hohe Leberschutzwirkung unterstützt die Galle und da Pankreas direkt in der Nähe/Verbindung liegt sollte es ergänzt werden, solange eine Erkrankung bekannt ist, täglich bis Besserung und etwas danach ergänzen.

Gut für den meist zusätzlich angegriffenen Magen/Darmtrakt
Ins gedünstete Gemüse als Gewürz benutzen:
Gemahlener Fenchelsamen
Gemahlener Kümmelsamen
Gemahlener Anis
Gemahlener Koriander
Gemahlener Thymian
Zerdrückte frischer Knobizehen, ca. 2 Stück bei ca. 3 Tagesration mit dem Gemüse dünsten (roher Knobi ist für den Hund nicht artgerecht!!) ev. Knobigranulat in kleinen Mengen direkt ins Futter ergänzen

Vitamin B – Komplex täglich ergänzen
z.B. je nach Hund, Alter etc.
Allcura Vitamin-B Komples Kapseln
oder
Bierhefe flüssig, celluläre (Dr. Metz)
oder
Bierhefepulver/-tabletten (Dr. Wolz etc.)

Vitamin C (Acerola, Hagebuttenpulver) täglich etwas ergänzen

Fettlöslche Vitamine besonders wichtig, da Darmtrakt gestört ist
Vitamin A
Über erhöhten Zufuhr von roher Leber Menge gem. M/Z
Vitamin E
(Tropfen von Allcura) 1 Tropfen für 20 kg Hund oder je nach E-Bedarf, entsprechende Mengen Weizenkeimöl
Vitamin  K1
da bei Pankreas ein Mangel möglich ist
Vitamin K ist notwendig für die Bildung von Gerinnungsfaktoren im Blut. Ein Mangel ist sichtbar, wenn eine Blutung länger nachblutet als normal.

Mahlzeiten
4-6 kleine Mahlzeiten am Tag
Mehrere kleine Mahlzeiten zur Verhinderung postprandialer Schmerzen werden besser vertragen als wenige voluminöse

Vor und nach den Mahlzeiten
sollte ca. 30 - 60 Min der Hund ruhen, da Stress sowohl Pankreas, als auch den bei dieser Erkrankung bereits in Mitleidenschaft gezogenen Verdauungstakt unnötige belastet.

Vitalpilz Pulver bei Pankreasproblemen:
- Reishi !!
- Shiitake
- Maitake
- Hericium


Homöopathische Mittel
Bekannte Mittel nur als Anhaltspunkte, in Listenform
Entsprechend der homöopathischen Anwendung auswählen bzw. weiter fachlich informieren, beraten lassen, etc.

Akute Pankreasentzündung
Iris versicolor D 30
Atroop8inum D6
Chionanthus D 6
Jodum D 6
Pancreatinum D 30
Morgan (Bach) D 30
Aconitum D12

Chronische Pankreasentzündung
Jodum D 30
Silicea D 30
Barium chloratum D 30
Apocynum cannabinum D 30
Morgen D 30
Phosphorus D 30


Unterstützend, begleitend über einen längeren Zeitraum
Haronga D4
Eichhornia D2


Fortsetzung folgt....

http://www.ivis.org/advances/rc_de/A4505.0208.DE.pdf?LA=5
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