Fellverfärbungen Hund

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Fellverfärbungen Hund

Beitrag  Boxermaus am Fr 14 Feb 2014 - 11:36

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Fellverfärbung bei Hunden

in den letzten Jahren werden wir immer häufiger mit dem Problem des "roten Fells" konfrontiert. Wissenschaftliche Recherchen haben ergeben, dass dieses Problem bei Hunden der verschiedensten Fellgrundfarben auftritt und die unterschiedlichsten Ursachen hat. Innere oder äußere Faktoren können hier ebenso wie fütterungsbedingte eine Rolle spielen.

Ein Haar wächst in einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen heran, um nach wochen- bis monatelanger Ruhephase auszugehen und einem neuen Haar Platz zu machen. Während des Wachstums werden Farbpigmente in das Haar eingelagert. Menge und Art des Pigments bestimmen später die Fellfarbe. Es gibt zwei hauptsächliche Haarpigmente, das gelb-rote Phäomelanin und das schwarz-braune Melanin. Durch genetisch bestimmte Verteilung und Verdünnung der Pigmente im jeweiligen Haar entsteht die Vielfalt der Farben innerhalb der Rassen. Während der Wachstumsphase können im Haar neben den Pigmentstoffen natürlich auch andere Substanzen wie Inhaltsstoffe von Medikamenten oder topisch (direkt auf dem Fell) angewandten Präparaten (z.B. Fellpflegemittel, Shampoos und Antiparasitika) und Stoffe aus der Umwelt und dem Futtermittel eingelagert werden. Auch Alterungsprozesse können die Farbe und das Aussehen des Haares verändern. Am Ende der Ruhephase, kurz vor dem Ausfallen, bekommen schwarze Haare im Bereich der Spitzen eine rot-bräunliche Färbung. Der untere Teil des Haares bleibt dabei schwarz. Stößt das Tier die Haare längere Zeit nicht ab, kann es vorkommen, dass sich der gesamte Haarschaft rot-bräunlich verfärbt. Wechselt der Hund nun sein Fell, so kommt die ursprüngliche Farbe wieder zum Vorschein. Auch intensive Sonnenlichteinstrahlung (lange Sonnenbäder, Urlaub im Gebirge, Strandurlaub) bewirkt eine vorzeitige Alterung der Haare. Zu den äußeren Faktoren, die eine Veränderung der Fellfarbe herbeiführen können, gehören auch das psychogen bedingte, ständige Belecken, bevorzugt an den Pfoten, oder das so genannte "Schenkelsaugen". Auch Wunden werden mit wahrer Hingabe beleckt. Hierbei werden große Mengen von Speichel und darin enthaltenem Porphyrin (rot-violette, körpereigene Farbstoffe) auf die Haare gebracht, einem Stoff, der besonders bei weißen Hunden Rotverfärbungen des Fells bewirkt. Porphyrin ist ebenso in der Tränenflüssigkeit vorhanden und kann bei krankhaft gesteigertem Tränenfluss Rotverfärbungen um das Auge herum hinterlassen.

Unabhängig von der Ursache unterscheiden sich Haarverfärbungen aufgrund äußerer Faktoren deutlich von Haarverfärbungen systemischer (von innen heraus, durch in den Körper aufgenommene Substanzen)Ursache, durch eine sofortige Verfärbung der Haare in ihrer gesamten Länge. Ferner sind sie je nach Ursache nur auf bestimmte Bezirke begrenzt (z.B. Sekretrinne am Auge).Bei systemisch bedingten Veränderungen, wird der entsprechende Stoff bereits im Haarfollikel durch die pigmentbildenden Zellen eingelagert. Wird die Substanz während der gesamten mehrwöchigen Wachstumsphase des Haares eingelagert, so ist das Haar von der Haarspitze bis zur Haarwurzel entsprechend "durchgefärbt". Bei nur kurzer Aufnahme der Substanz äußert sich die Verfärbung lediglich als deutliches Farbband im Bereich des Haarschaftes.

Da nicht alle Haare gleichzeitig wachsen, sondern sich viele auch in der Ruhephase befinden, gibt es neben den verfärbten auch ganz normale Haare. Bis es zu einer kompletten Farbveränderung des gesamten Fells kommt, vergehen Wochen bis Monate. Das gleiche gilt für die vollständige Entfärbung. Fellverfärbungen bedingt durch Futtermittel werden fälschlicherweise immer wieder als Hauptursache angenommen, stehen bei Fütterung eines qualitativ guten Futtermittels jedoch mehr im Hintergrund. Ernährungsbedingter Kupfermangel kann sich durch Ergrauen oder Rötungen des Fells manifestieren, der in der Regel mit weiteren klinischen Symptomen wie: Hautläsionen, stumpfes, glanzloses Fell und Anämie auftritt. Bei den qualitativ hochwertigen Futtermitteln ist der Kupfergehalt jedoch ausreichend und sein Gehalt kontrolliert. Ein solcher Kupfermangel entsteht eher bei der Verwendung von Zink in zu hoher Konzentration als Nahrungszusatz, der dem Futter gerne übereifrig als "Fellverbesserer" zugesetzt wird. Zuviel Zink verhindert jedoch die Resorption von Kupfer. Zinkmangel auf der anderen Seite kann zum vorzeitigen Ergrauen der Haare und der Hauterkrankung Parakeratose (überschießende Verhornung der Haut) führen. Auch dieses Problem ist bei einem guten Futtermittel auszuschließen.

Bei Welpen wird der Basisnahrung oftmals Calcium in großen Mengen zugesetzt. Neben Skelett- und Knorpelschädigungen, die durch eine übermäßige und vor allem einseitige Calciumfütterung entstehen können, vermindert Calcium die Resorption von Zink, wodurch es bei so entsprechend fehlernährten Welpen zum Zinkmangelsyndrom kommen kann. Phytate, enthalten in pflanzlichen Bestandteilen, hemmen ebenfalls die Zinkaufnahme, was bei rein vegetarischer Ernährung zu Problemen führen kann.

Beim Alaskan Malamute, dem Sibirian Husky und in einigen Fällen bei der Deutschen Dogge und dem Dobermann trat rassespezifischer Zinkmangel auf, dessen Ursache bislang ungeklärt ist. Biotinmangel, der sich in einer braunen Hautverfärbung, Hyperkeratose (übermäßige Hautverhornung), Haarausfall, Hautentzündungen und eingetrockneten Sekreten um Nase, Augen, Maul und Lippen äußert, ist selten, da der Biotinbedarf normalerweise durch Eigensynthese im Darm (Hund u. Katze)und zusätzlich über die Nahrung gedeckt wird. Bei Zufütterung großer Mengen rohen Eiklars, das Biotin im Verdauungstrakt bindet, kann es jedoch zu entsprechenden Mangelerscheinungen kommen. Auch eine Überversorgung an Carotin (Pro Vitamin A) hat Einfluss auf die Pigmentierung. Carotin ist in Mohrrüben und verschiedenen Gemüsen enthalten, wird den kommerziellen Futtermitteln aber normalerweise nicht zugesetzt. Hingegen haben Proteine (Proteinquellen Lamm, Fisch, Geflügel, ...), entgegen der häufigen Meinung, keinen Einfluss auf die Farbe des Fells.

Sie sehen Fellverfärbungen können viele Gründe haben, angefangen von harmlosen Ursachen bis hin zu ernstzunehmenden Erkrankungen.

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http://www.tierarzt-raab.de/de/raab/content/animal/health/dog/97/
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