Struvit (Harnkonkremente) Diät

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Struvit (Harnkonkremente) Diät

Beitrag  Boxermaus am Sa 19 Apr 2008 - 18:21

Copyright (c) gertrud laubhan-sauerwein / boxermaus
Mai 2008

Struvit-Diät

Ernährungsempfehlungen bei Hunden mit Struvit

Allgemein
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass gesunde Hunde, die annähernd bedarfsgerecht und individuell, frisch gefüttert werden, weniger an Sturivt aufgrund einer „falschen“ Ernährung erkranken als Hunde, die mit einem pauschalen Industriefutter (was für zig tausende Hunde gut sein soll) ernährt werden.

Bereits "an Struvit erkrankte" Hunde können den Struvit mit der Umstellung auf frische Ernährung schneller auflösen, als Hunde, die mit Fertigfutter gefüttert werden.

In der frischen Fütterung, kann die bei Struvit notwendige vermehrte Ansäuerung des Futters, mit natürlichen Lebensmitteln unterstützt werden. Wie zum Beispiel die auf den Organismus eher "sauer wirkenden" Lebensmittel bevorzugen und die eher "basisch" wirkenden Lebensmitteln in der Zeit der Erkrankung an Struvit soweit wie möglich verringern.

Welche Lebensmittel, bzw. deren Abbauprodukte sich eher basisch, sauer oder neutral auswirken ist nicht immer ganz exakt abzugrenzen. Ein Versuch dieser Aufteilung erfolgt im Anschluss an diesem Beitrag.

Ein weiterer Grund was gegen Industriefutter spricht, ist die zum Teil bestehende Übermineral- und Vitaminisierung.

Mit normalem Industriefutter kann man dem individuellen Hund nicht gerecht, auch wenn es die Werbung verspricht. Industriefutter ist und bleibt ein Massenprodukt, für eine Vielzahl von verschiedenen, individuellen Hunden.

Gerade ein kranker Hund ist aber ein besonderer, individueller Hund in einer besonders schwierigen Zeit, der von einer frischen Ernährung nur Vorteile hätte.

Auch wenn es heute schon Industriefutter für verschiedene Rassen, Größen, Krankheiten, etc. gibt.
 Letztlich findet auch in dieser werbewirksamen Einteilung das Individuum, MEIN ganz spezieller und vielleicht kranker Hund, mit seinen besonderen spezifischen Anforderung hinsichtlich der Ernährung, keine optimale Berücksichtigung. Die Berücksichtigung des Individuums, beim Industriefutter, ist meiner Meinung, ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch das ganz besonders teuere Diätetik-Industriefutter kann kaum diesen hohen Anspruch, die Ernährung eines Individuums, gerecht werden. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es in Deutschland keine vollständige/genaue (für jeden Laien verständliche) Deklarationspflicht gibt und man demzufolge niemals wirklich wissen wird, was tatsächlich alles im Industriefutter enthalten ist.

Mit Fertigfutter, gibt man die Ernährung seines Hundes komplett in Dritte, unbekannte Hände.
Wer sich selbst mit frischen Lebensmitteln gesund und ausgewogen ernähren kann, der kann, mit etwas speziellem Wissen über die Ernährung/Verdauung/Erkrankung des Hundes, seinen Hund gesund, ausgewogen und artgerecht ernähren.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass gutes, hochwertiges Qualitäts-Industriefutter u.U. seine Berechtigung in der Hundeernährung hat. Es gibt inzwischen Anbieter/Hersteller von Fertigfutter, die sich scheinbar wirklich um ein gutes, gesundes Fertigfutter bemühen. Diese höherwertige Qualität macht sich, wie immer bei guter Qualität/Leistung, im Preis bemerkbar. Aber letztlich frisch und unbehandelt, wie z.B. Fleisch roh, kann auch das beste Fertigfutter nicht sein.

In Zeiten der Erkrankung des Hundes, zeigt es sich, wie flexibel und lernfähig der Halter, hinischtlich der Hundefütterung ist.

Erst diese Fähigkeit, sich entsprechendes spezielles Wissen, um und für seinen individuellen Hund zu suchen und umzusetzen, zeichnet, meiner Meinung, einen guten, verantwortungsvollen Frischfütterer/Barfer und Hundehalter aus. Ein kleiner Teil von diesem Wissen, möchte ich hier ansatzweise und laienhaft, allgemein für „struvitgeplagte“ Hunde versuchen aufzeigen. Für Hunde, die bereits frisch gefüttert werden oder aufgrund der Struvitgeschichte nun auf frisches Futter umgestellt werden sollen.



Es gelten folgende wissensschafltiche Empfehlungen bei Hunden, die an Struvit erkrankt sind:
Die Versorgung mit Phosphor, Magnesium und Protein (Eiweiß) ist zu überprüfen.

Phosphor (P)
Die Gefahr einer Überversorgung mit Phosphor ist normalerweise in einer artgerechten, ausgewogenen Frischfütterung kein Thema, wenn rohe fleischige Knochen (rfK), als mengenmäßig größter Phosphorlieferant in der frischen Ernährung, in bedarfsgerechten Mengen verfüttert werden.


RfK haben einen extrem hohen Anteil an Phosphor.


Das heißt, eine Verfütterung von unnötig hohen Menge an rfK im Verhältnis Hund/ Futtermenge/Proteinmenge insgesamt, sollte meine Meinung, vermieden werden. Hier, wie grundsätzlich, sollte annähernd bedarfsgerecht gefüttert werden.
Auch wenn gerade die rfK von unseren Hunden so geliebt werden und es für uns als Halter eine Freude ist, die Lust am Fressen/Nagen/Zerkauen beim Hund zu beoachten und es zudem noch ein herrlicher Kauspaß von großem gesundheitlichen Wert (Zahnreinigung, natürliches Kaubedürfnis befriedigen, etc.) für den Hund darstellt.

Das richtige Maß ist immer das Ziel.

Mein Rat beim Zufuhr von Phosphor in "Struvit-Zeiten"
Bis zur Auflösung dieser Harnkonkremente und für ca. 2-4 Wochen (oder länger, je nach Erkrankung) danach keine rfK füttern.
Bei Dispositionen zu Struvit, unter Umständen, auf rfK ganz verzichten.
Das muss und soll individuell ausprobiert werden.

Zur Deckung des Calciumbedarfs
In dieser Zeit der Auflösung des Stuvits (eventuell einige Wochen), kein Calciumzusätze füttern, da diese sich basich auswirken.

Später  auf genau ermittelte Mengen (max. 50 mg Calcium /kg KM/Tag) bei entsprechenden P (Phosphormengen) und gleichzeitig gutem Ca/P Verhältnis von 1,1 -1,2 : 1 an gemahlene Eierschale oder Calciumcarbonat etc.  achten und zufüttern.

Oder noch besser und genau die Menge an Calcium genau berechnen, je nach individueller Ernährung (Menge an P-halten Lebensmittel etc.). Hier kann ich soweit möglich sehr genaue Futter-Diätpläne erstellen.

Bei Struvit ist eine Ansäuerung erwünscht und das Ziel in der Ernährung des Hundes (siehe bitte Ausführungen unter Gesundheit).

Sobald die Erkrankung ausgeheilt ist,
sollte eine soweit wie möglich bedarfsgerechte Menge an rfK für den jeweiligen Hund ermittelt werden, eventuell eher weniger und den weiteren Ca.-Bedarf GENAUER ermitteln (also auch je nachdem was und wieviel von was gefüttert wird) und wie oben erwähnt, mit Calciumzusätzen abdecken, die Ansäureung auf ein normales Niveau, damit langfristig keine Übersäuerung und damit u.U. in die andere falsche Richtung zu füttern und damit andere Harnkonkremente zu fördern.


Alle anderen Futtermittel (hinsichtlich Phosphor),
wie Fleisch, Innereien, etc. MUSS in bedarfsgerechten Mengen gefüttert werden, d.h. es ist ein genauer Futterplan zu berechnen.

Hier ist die pauschale BARF-Futterung (erhöhte Mengen an Fleisch, Knochen) nicht erwünscht und sogar für die Gesundheit des Hundes nicht förderlich.

Diese P-Mengen bei bedarfsgerechter Ernährung sind notwendig und auch wichtig, denn ganz ohne Phosphor geht es in dem hoch komplexen System = Organismus auch nicht.


Magnesium (Mg)
In der bedarfsgerechten Frischfütterung, ohne zusätzliche „künstliche“ Mineralstoffmischungen, ist hinsichtlich Magnesium eine Übermineralisierung auszuschließen und ist normalerweise kein Thema, welches besonders beachtet werden müßte.

Außer jemand füttert seinem Hund Mengen an pflanzlichen Lebensmittel die Mg-haltig sind wie z.B. Nüsse.
Abar das wiederum machen BARFer nicht, eher ist dies eine Gefahr bei vegan- vegetarisch ernährten Hunden (für mich ohnehin nicht artgerecht vegan- oder vegetarisch einen Beutetierfresser, Fleischfresser zu ernähren und stellt für mich Tierquälerei da, außer in Notfällen)

Je nach Grad der Erkrankung könnte, u.U. zusätzlich magnesiumreiche Lebensmittel eingeschränkt werden, also z.B. keine Nüsse etc. füttern.

Mg ist wie P jedoch in normalen Mengen notwendig und lebensnotwendig.


Anders beim Industriefutter
Hier sollte, bis zur Auflösung des Struvits, auf jeden Fall ein Diätetik-Fertigfutter gewählt werden, wenn keine Umstellung auf Frischfütterung erfolgen soll.

Später muss man dann ein geeignetes Fertigfutter gefunden werden, was sehr schwer sein wird.
Bei Fertigfutter muss ich mich mit den Inhaltsangaben auf der Packung herumschlagen und mit anderen Fertigfuttersorten, hinischtlich Bedarf und Deckung von Phosphor, Magnesium, Protein vergleichen. Das kann ein heilloses Unterfangen werden, denn die Inhaltstoffe sind außer das sie künstlich sind, meist noch, aus Sicherheitsgründen/Produkthaftung(?), in relativ großen Mengen zugefügt, was oft unnötig und für einzelne Hunde fatale gesundheitliche Auswirkungen haben kann.


Protein (Eiweiß)
Hier kann es beim "unwissenden/unerfahrenen" Frischfütterer/Barfer wieder etwas schwieriger werden, wenn notwendiges Basiswissen nicht ausreichend vorhanden ist, die Proteinmenge einigermaßen bedarfsgerecht zu ermitteln.

Die grobe Richtung hinsichtlich bedarfsgerechte Proteinmenge des individuellen Hundes sollte, meine Meinung, nicht erst bei einer Erkrankung ermittelt werden (gemeint ist nicht die allgemein bekannte BARF-Prozentrechnung (% vom KM), die ungenau sein, bzw. werden kann), sondern eher eine Ermittlung etwas mehr "wissenschaftlicher" Ausrichtung, aber immer in Hinblick auf den individuellen Hund in seiner induviduellen Umgebung und den individuellen Umständen.

Gerade die annähernd bedarfsgerechte Ermittlung der Proteinmenge, als Hauptbestandteil des Futters eines Hunde, sollte besondere Beachtung finden und ist die Basis einer langfristigen gesunden Hundeernährung.

Denn auch bei dem so heiß geliebten Protein (Fleisch etc.), kann man den Hund damit langfristig auch überversorgen/einseitig füttern.

Pauschale Fütterungsempfehlungen, gemäß Vorfahr Wolf etc.
und besonders hinsichtlich Fütterungen von extremen Proteinmengen, können sich langfristig beim Hund grundsätzlich gesundheitlich negativ auswirken.
Einen Vorteil lt. Wissenschaft, hat es auf keinen Fall.
Auch wenn der Hund ein Beutetierfresser ist, heißt das noch lange nicht, dass er unbedachte/unkontrollierte tägliche Mengen an Protein braucht/bekommen soll. Denn so ernährt sich kein Wolf und schon gar nicht täglich in Quantität/Qualität die an Haushunden u.U. verfüttert werden. Protein ist zwar der wichtigeste Baustein in der Hundeernährung, jedoch nicht der einzige.


Pauschale Fütterungsempfehlungen langfristig, im Vertrauen blind zu folgen,
ohne eigenes Basiswissen hinischtlich der Ernährung des Hundes, kann, meine Meinung, gefährlich, hinischtlich der Gesundheit seines Hundes werden.

Ich bin der Meinung, langfristig gehört für jeden Halter, der frisch füttert etwas Basiswissen rund um die Ernährung/Gesundheit des Hundes dazu, um hierauf aufbauend, ein gesundes Gefühl der artgerechten Hundefütterung des eigenen Hundes zu entwickeln.

Unter anderem war das auch ein Grund warum ich mich von FeFu abgewendet habe, da hier die Fütterung von Dritten übernommen wird und nicht von mir als Halter. Da will ich in der Frischfütterung nicht wieder mir nur von Dritten was sagen lassen müssen, denn letztlich kenne nur ich meinen Hund und kann nur vor Ort indivudielle auf seine Bedürfnisse eingehen.

Diese natürliche Gefühl den Hund frisch zu ernähren, ist leider bedingt durch Industriefutter und dessen suggerierenden Werbung, man könnte das selbst nie so gut, bei vielen abhanden gekommen.

Ganz klar, die Bequemlichkeit des Menschens (Tüte/Dose auf und fertig ist die Ernährung des Hundes) spielt ebefalls eine große Rolle, wie empfänglich man für solche Werbung der Industrie ist.

Die Generationen, die es vom Gefühl schon immer wussten, wie einfach man einen Hund ernähren kann, ist leider am aussterben, es geht dadurch natürliches Wissen verloren. Von daher ist es angesagt diesbezüglich die Wissens(Gefühls)lücken zu schließen und sich Gedanken um und über unsere Hund und dessen Ernährung zu machen. Es ist einfacher, als es sich liest.

Jede einseitige Fütterung, ob Mengen an Protein oder sonstige einseitigen Fütterungspraktiken oder gar den Hund rein vegan oder vegetarisch zu ernähren, sind langfristig NIE eine ausgewogen, artgerechte, gesunde Hundeernährung.


Tägliche Trinkmenge erhöhen
Grundsätzlich sollten bei Harnsteinen die Trinkmenge des Hundes erhöht werden.

Wer Trockenfutter füttern muss, sollte dieses auf jeden Fall, vor der Fütterung mit etwas lauwarmen Wasser einweichen.
Verhältniss: 3 Teile Wasser zu 1 Teil Trockenfutter, WENN ein deutliche Erhöhung des Harnvolumens erreicht werden soll.
Fraglich ist, ob der Hund dies dann frißt.

Bei frisch gefütterten Hunden, bedingt durch die ohnehin frischen Lebensmittel, ist hierdurch eine natürliche Feuchtigkeitszufuhr gegeben.
Aber je nach Hund/Erkrankung etc. reicht diese unter Umständen nicht aus, um den Harnweg zu durchspülen, bzw. den Harn im "Fluss" in "Bewegung" zu halten.

In diesem Fall, würde ich das frische Futter, nicht noch mit Wasser auffüllen, um es so zu einer wässerigen Pampe werden zu lassen, sondern erst ganz normal das frische Futter, wie gehabt füttern und anschließend eine weitere kleine gut schmeckende Trinkmenge, je nach Hund/Umstände/Erkrankungen, anbieten.


Beispiele, um die Trinkmenge abwechslungsreich zu gestalten:
Selbstgemachte Fleischbrühe
Es eignet sich jedes Fleisch, wie Rind, Geflügel, etc. was der Hund verträgt

Ich würde auf jeden Fall, das nehmen, was dem jeweiligen Hund am besten schmeckt oder eben ein Wechsel.

Wasser mit
- etwas hochwertiges Pflanzenöl
oder
- etwas zerlassene Butter
oder
- etws Sahne
oder
- etwas Honig
oder
- Milch, je nach Verträglichkeit
oder
- etwas Leberwurst-Wasser

Grundsätzlich immer nur dem Hund das füttern, was er mag und verträgt.
Unbdingt auf Allergien achten!!!


_______

Exkurs
Mineralstoffe/Vitamine

Der Bedarf des Hundes an Mineralstoffen und Vitaminen, ist im Vergleich zum Bedarf eines erwachsenen Menschen, recht hoch. Oft doppelt bis dreifach so hoch.

Bedarf an Phosphor (laut wissenschaftlichen Meinungen)
Gesunde Hunde 60mg P/kg KM /Tag
Nierenkranke Hunde max. 45mgP/kg KM/Tag

Bedarfswerte des Hundes /Werte aus Lebensmitteltabellten
Wenn sich jemand die Arbeit machen will, es schadet auf keinen Fall, sich weiter mit diesem Thema (Inhaltsstoffe in Lebensmittel/Lebensmitteltabellen) zu beschäftigen.

Grundsätzlich sollte jedoch bedacht werden, dass Lebensmitteltabellen immer nur annähernde Werte enthalten. Warum?

Weil, zum Beispiel:
Kein Stück Rindfleisch ist gleich einem anderen Stück Rindfleisch.

Frische Lebensmittel unterliegt verschiedenen „äußeren“ Einflüssen, wie Fütterungsart des Schlachttieres, Lagerung, etc.

Jedes frische Lebensmittel verliert immer einen mehr oder weniger großen Anteil an Nährstoffe, ob bedingt durch Luft-, Sauerstoff-, Licht-, Hitze-, Wärme-, Kälteempfindlichkeit

Bei dem wissenschaftlichen Bedarf des Hundes an Mineralstoffen/Vitaminen, sollte man nicht dem Irrtum unterliegen, diese 1 : 1 und wohlmöglich Tag für Tag umsetzen zu wollen/müssen, um so „wissenschaftlich bedarfsgerecht“ zu füttern.
Das wäre genauso falsch, wie es die Industrie es uns vorgaukelt.
Denn so funktioniert keine natürliche, artgerechte, ausgewogene, gesunde Ernährung des Hundes.

Im Normalfall (bei gesunden Hunden/bedarfsgerechter Frischfütterung) bedarf es keine künstlichen Mineralstoff-/Vitaminzusätzen.

Weder richtet sich eine gesunde Ernährung strickt nach Tabellen noch nach Bedarfszahlen, aber sie sind nützliche Helfer und dienen uns Frischfütterer dazu, sich mit der artgerechten/bedarfsgerechten Ernährung auseinander zu setzen, sich eigene Gedanken zu machen und Wege für den individuellen Hunde hinsichtlich einer individuellen den Umständen entsprechenden Ernährung zu finden.
Die wissenschaftliche Bedarfswerte, sind für mich Richtwerte, Faustzahlen die nicht 1:1 und/oder gar täglich umgesetzt werden sollen/müssen.

Quellen
Suter, Peter F. / Kohn, Barbara: Praktikum der Hundeklinik - Begründet von Hans G. Niemand, Paray 10. Auflage 2006
Meyer, Helmut / Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes, Grundlagen-Fütterung- Diätetik, Paray 5. Auflage 2005


=======

Allgemein
Die Bildung von Harnsteinen kann durch verschiedene, weitere Faktoren, wie

- Ernährung,
- Hormonhaushalt
- Harnsäurestoffwechsel
- Infektion Harnwege


begünstigt werden. 



Auf Grund von experimentellen und theoretischen Daten bezüglich der Bildung von Struvitkristallen haben sich folgende Faktoren als wesentlich für die Verminderung des Harns mit Struvit herausgestellt:

- Behandlung eventuell bestehender Harnwegsinfektionen und gleichzeitig eine frische Struvit-Diät (Barf)

- Bei StruvitSTEINE, eine Ansäuerung des Harns
   
- Fördern großer Harnvolumina und Absenken des spezifischen Gewichts des Harns, wird mit erhöhten Trinkmengen erreicht

- Restriktion der Zufuhr kristalloider Substanzen
  z.B. Calcium und Phosphor aus Knochenfütterung reduzieren, bzw. komplett vermeiden

- Leichte Restriktion der Eiweißzufuhr


Bei den meisten Hunden ist eine Harnwegsinfektion mit Urease-bildenden Bakterien wie Staphylococcus intermedius oder Proteus spp. der Schlüsselfaktor für die Begünstigung einer Übersättigung des Harns mit Struvit.

Der pH-Wert des Harns sollte bei StruvitSTEINE im Bereich von 5,5 bis 6,0 gehalten werden, erfolgt u.a. durch unterstützende Maßnahmen, wie Ansäuerung des Harns mit z.B. Methionin oder Ammoniumchlorid. Soll aber nicht gegeben werden, wenn eine Fertigfutter-Diät gefüttert wird, weil da so etwas schon enthalten ist. Nicht bei Hunde im Wachstum (bis einschl. 12. Lebensmonat).



Wichtig zu wissen:
L-Methionin =150-300 mg/kg KM/Tag, p.o.

oder

Ammoniumchlorid = 100 mg/kg KM, 2 mal tgl. p.o.

Bei Überdosierung (z.B. bei Kombination mit bereits harnsäuernder Diät!) können L-Methionin und Ammoniumchlorid toxisch wirken.


Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte aufgrund der Gefahr eine metabolischen Acidose diese Therapie lediglich unter Kontrolle des Säure-Basenhaushaltes erfolgen.

Zusätzlich besteht bei Ansäuerung des Urins die Gefahr einer Hyperkalziurie und Hypocitraturie, so daß diese Parameter im Verlauf der Therapie kontrolliert werden sollten



Der pH-Wert des Harns stellt den Schlüsselfaktor zur Struvitsteinbildung dar.
Fest steht jedoch, daß Struvitkristalle nur selten bei pH-Werten unter 6,5 gefunden werden



Die Bildung großer Harnmenge
ist ein weiteres therapeutisches Ziel, das es anzustreben gilt, weil dadurch die für jede Kristallbildung nötigen Konzentrationen verdünnt werden. Zusätzlich wird die Frequenz des Harnabsatzes gefördert, so daß der Harn seltener die Möglichkeit hat, längere Zeit in der Blase zu "stehen". Es bleibt somit keine Zeit zur Kristallisation.

u.a. folgende Links dazu:
http://www.royal-canin.de/fileadmin/media/royal-canin.de/Uniinform__neu_/Struvit_Hund.pdf


Bitte beachten - WICHTIG -
Eine zu starke und ständige/langfristige Ansäuerung kann sehr schnell in die Gegenrichtungen gehen, das heißt, es können sich dann schnell Calcium-Oxalatsteine (ca-Ox) bilden, die sind dann nicht mehr „so einfach“ aufzulösen sind.

Aus diesem Grund ist über einige Wochen/Monate die regelmäßige pH-Urinkontrolle (selbst und Labor) unbedingt notwendig, einfach als notwendiger Parameter wohin „die Reise“ geht und entsprechend die Futterpläne anzupassen.



Regelmäßig den Urin pH-Wert selbst mehrmals am Tag kontrollieren
Hier lesen:
http://boxermaus.forumieren.de/t3885-urin-ph-werte?highlight=Urin+pH+Wert

Und beim TA ebenfalls so einmal die Woche, bzw. alle 14 Tage den Urin nach Harnkonkrementen untersuchen lassen.


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Exkurs:

Urin-pH-Werte beim Hund


Bei gesunden Hunden liegt der Referenzbereich im Bereich von 5,0 – 8,5

Grundsätzlich kann jeder Urin-pH-Wert normal sein, je nach dem Individuum Hund/Organismus, sowie begleitende Umstände, wie Erkrankungen, Fütterung, Medikamente, etc.

Der Urin-pH-Wert ist grundsätzlich nie konstant.
Er „schwankt“ normalerweise mit den täglichen, jeweiligen Umständen und dies kann sich auch bei der Messung vom Urin-pH-Wert zeigen.

Beispiel für „normale“ Werte, beim gesunden Hund:

Morgens nüchtern:
Meist eher sauer, bzw. im mittleren Bereich (5,0 bis 6,5).

Für ca. 4 Stunden nach der Fütterung:
Eher im basischen Bereich (6,5 bis 8,5).
Der Urin-pH-Wert ist lediglich ein recht grober Parameter für das Säure-Basen-Gleichgewicht.
Die im Handel angebotenen Teststreifen (Indikatorpapier Uralyt-U madaus pH 5,6-8,0) haben immer einen Schwankungsbereich plus/minus 1.


Grundsätzlich gilt (auch für den Urin zur Laboruntersuchung)
Urin altert.

Je nachdem, ob der Urin sofort untersucht wird, oder zwischengelagert, richtig oder falsch gelagert wird, etc., können dies alles Ursachen für vom Referenzbereich abweichende Testergebnisse sein.

Wenn konstant alkalischen (u.U. = Struvit) Urin-pH-Wert gemessen wird, sollte man an eine komplette Harnuntersuchung mit Urinkultur denken.

Ein konstant zu saurer Urin-pH-Wert, sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben.

Grundsätzlich wird ein guter Tierarzt ausführlich beraten und auch hinsichtlich Ernährung nicht nur auf sein industrielles Diätetik-Fertigfutter bestehen, wenn der Halter seinen Hund mit Frischfutter versorgt. Dies sollte immer in einem ausführlichen Gespräch abgeklärt werden.


Empfehlungen zu Urin pH-Wert bei Struvit-STEINE (!!)
(Quelle M/Z "Ernährung des Hundes"):
- Behandlung= 6,2 -6,5, morgens nüchtern weniger
- Vorbeuge (wenn mal Steine vorhanden waren, ev. Disposition) = 6,6 - 6,8, morgens nüchtern weniger



http://www.ivis.org/advances/rc_de/A4509.0608.DE.pdf


FAZIT in Kurzfassung:

Magnesium +Phosphor verringern

Ammonium (Stoffwechselprodukt aus dem Proteinstoffwechsel) verringern.
d.h. beim Barfen, bedarfsgerecht, nicht pauschal, sondern bestmöglich berechnen, bzw. ev. im zulässigen Mengen verringern, damit keine Unterversorgung von Protein entsteht und damit ev. andere Erkrankungen auslöst/fördert.

Keine "unnötigen" Mineralstoffe die den Urin-pH-Wert eher in die basische Richtung schieben und damit die Kristallbildung fördern.

Trinkmengen kontrollieren und moderat entsprechend den wissenschaftlichen Empfehlungen erhöhen.


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